Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

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00:00:00: Herzlich willkommen zu unserer neuen Folge Europa erklärt hier bei Götter Funken die Lauschfrequenz für europapolitische Orn, dem Podcast des Europäischen Integrationszentrum Rostock.

00:00:10: Mein Name ist Lea und die heutige Folge nehme ich wieder mit meiner lieben Kollegin Amelie auf!

00:00:15: Das heutige Thema befasst sich mit der Erweiterungspolitik der Europäischen Union.

00:00:19: also welche Regeln gibt es?

00:00:20: wie ist die Union historisch gewachsen?

00:00:22: Und wer klopft heute an die Tür?

00:00:24: Ja, hallo auch erstmal von mir.

00:00:26: Ihr hört schon unsere treuen Hörer, Hörerin dass Nele heute nicht dabei ist dafür aber die liebe Lea dies mindestens genauso gut machen wird mit mir.

00:00:36: Ja, das Thema ist eigentlich aktueller denn je.

00:00:38: Was im Jahr nineteen siebenund fünfzig mit diesen sechs Gründerstarten also Belgien Deutschland Frankreich Italien Luxemburg und den Niederlanden begangen ist heute eine Gemeinschaft von sieben und zwanzig Staaten mit fast vierhundertfünfzig Millionen Menschen Also auch schon ne ganze Menge.

00:00:53: doch die Liste derer, die auch Teil der EU werden wollen dies ziemlich lang Von den Gipfeln des Balkans bis zu den Ebenen in der Ukraine überall wird an der Tür geklopft.

00:01:03: Die EU ist aber nämlich kein statisches Gebilde, sondern sie ist insgesamt mit sieben Erweiterungsrunden gewachsen.

00:01:10: Wir starten im Jahr neunzehnhart dreiundsiebzig.

00:01:12: Amelie wer war damals dabei?

00:01:14: Ja in der ersten Runde kam Dänemark, Öland und auch Großbritannien dazu.

00:01:18: Damals hieß es ja alles noch irgendwie europäische Wirtschaftsgemeinschaft also kurz EWG.

00:01:24: Interessant ist hierbei natürlich das Großbritanien die Union am einundreißigsten Januar zwanzigzwanzig wieder verlassen hatte.

00:01:31: Ja, und nach dem Norden kam dann der Süden.

00:01:33: In der zweiten- und dritten Runde öffnete sich die Gemeinschaft Richtung Mittelmeer.

00:01:38: Und in den letzten Jahren war es ein Teil von Griechenland bei.

00:01:41: In den ersten Jahren folgten Portugal und Spanien.

00:01:45: Das war politisch enorm wichtig, da diese Länder kurz zuvor noch eine Tiktaktur waren und die EU ihnen half ihre Demokratie zu festigen.

00:01:54: Ein ziemlich großer Sprung war dann die vierte Erweiterung im Jahr Fun fact, ein Jahr nach meiner Geburt.

00:02:01: Jetzt wissen auch die Hörer-Hörerin wie alt ich bin.

00:02:04: Ja auf jeden Fall kurz nach der Gründung der eigentlichen Europäischen Union so wie wir es kennen durch den Vertrag vom Maastricht.

00:02:12: da kam Österreich, Finland und Schweden dazu und ja damit war fast ganz Westeuropa vereint.

00:02:17: Aber Amelie?

00:02:18: Der absolute Meilenstein war doch die fünfte Erweiterung am ersten Mai.

00:02:22: vier

00:02:24: Definitiv, weil das war auch die bisher größte Runde.

00:02:27: Sowohl was die Länderanzahl als auch die Bevölkerung angeht.

00:02:30: Denn einige werden es wissen, zehn Länder sind da gleichzeitig beigetreten.

00:02:36: Island war dabei, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, die Slovakiai, die Schächersche Republik Ungarn und auch Zypern.

00:02:46: Das Ganze nennt man oft auch die Osterweiterung, weil damit die Teilung Europas nach dem Kalten Krieg irgendwie auch endgültig überwunden

00:02:55: wurde.

00:03:07: Man kann ja nicht einfach einen neuen Mitgliedsantrag stellen und am nächsten Tag am Brustler Tisch sitzen.

00:03:13: Da gibt es doch bestimmt harte Bedingungen, oder?

00:03:15: Tatsächlich also das sind die sogenannten Kopenhagener Kriterien.

00:03:20: ein Land muss also drei Bereiche erfüllen.

00:03:22: wir versuchen jetzt mal so'n bisschen einfacher zu erklären.

00:03:26: Also erstmal politisch braucht eine stabile Institution Die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit Menschenrechte Und auch den Schutz von Minderheiten garantieren.

00:03:35: Punkt eins der sehr wichtig ist Punkt zwei ist das Wirtschaftliche.

00:03:40: Also ein Land muss eine funktionierende Marktwirtschaft haben und den Wettbewerbsdruck im EU-Binnmarkt auch standhalten können, und letztendlich der dritte Punkt ist das Rechtliche.

00:03:50: also das Land muss fähig sein alle EU Gesetze, also den sogenannten Besitzstand zu übernehmen und die Ziele der EU auch voll zu unterstützen.

00:03:59: Boah, das klingt nach einem echten Marathon.

00:04:01: Wie sieht der Prozess eigentlich konkret aus?

00:04:03: Kannst du das ein bisschen

00:04:04: erläutern?".

00:04:05: Ja also relativ einfach erklärt hat das ganze Verfahren drei große Schritte.

00:04:09: im ersten Schritt ist die Bewerbung.

00:04:12: Das Land stellt einen Antrag beim Rat der EU.

00:04:14: Die Kommission prüft dann ob das land bereit ist und wenn alle aktuellen EU-Staaten zustimmen wird es offiziell zum Beitrittskandidaten erst mal.

00:04:23: Im zweiten Schritt gibt es dann die Verhandlung, hier wird das dann technisch.

00:04:27: In vielen einzelnen Kapiteln wird geprüft wie das Land seine Gesetze an die Urregeln anpasst und die Kommission überwacht diesen Fortschritt ganz genau.

00:04:35: Das kann aber auch sehr lange dauern.

00:04:38: also es gibt Länder die sind in diesem Prozess schon viele viele Jahre dabei.

00:04:43: Der dritte Schritt, das ist der Beitritt dann.

00:04:45: Wenn alle Verhandlungen wirklich abgeschlossen sind wird ein Beitrittsvertrag aufgesetzt und dem müssen die Kommission, den Rat und das Europäische Parlament zustimmen Und am Ende müssen auch alle EU-Mitgliedstaaten und das Bewerberland den Vertrag unterzeichnen und ratifizieren.

00:05:00: erst dann ist man offiziell dabei.

00:05:02: Das ist also kein Selbstläufer so wie sich das anhört.

00:05:05: Warum macht EU das überhaupt?

00:05:07: Es ist doch sicher anstrengend immer mehr Interessen unter einen Hut zu bringen bei so viel Mitgliedstaat.

00:05:13: Ja, das stimmt.

00:05:14: Aber die Vorteile überwiegen halt.

00:05:17: bei Weitem also für die neuen Länder bedeutet es vor allem Frieden Wohlstand und auch Freiheit.

00:05:22: Die Bürgerinnen können überall studieren arbeiten Der Handel blüht durch den Binnmarkt auf

00:05:28: Und was hat die EU selbst davon?

00:05:30: Die EU wird dadurch natürlich ein stärkerer Global Player.

00:05:33: Mehr Mitglieder bedeuten eine stärkere Stimme in der Weltpolitik, wir haben mehr kulturelle Vielfalt und vor allem auch eine Investition die Sicherheit bringt – also eine Investation in die Sicherheit überhaupt erst.

00:05:47: Und das auswärtige Amt sagt, sodass die Erweiterung sei ein Ja-Bollwerk gegen autoritären Druck zum Beispiel von Russland.

00:05:55: Und das bringt uns ja auch zu unserem aktuellen Stand.

00:05:58: Also wer will denn gerade überhaupt alles in die EU so rein?

00:06:01: Ja,

00:06:01: also aktuell gibt es neun ja zumindest offizielle Beitrittskandidaten.

00:06:05: Das sind Albanien, Bosnien, Herzegovina Georgin, Moldau und Montenegro Nordmazedonien, Serbien, die Türkei und auch die Ukraine.

00:06:14: Besonders bei der Ukraine und Moldau da ging es zuletzt sehr schnell Denn die beiden haben erst im Juni, den Juni-Jubel, offiziell ihre Beitrittsverhandlungen aufgenommen.

00:06:23: Also auch relativ zeitnah nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.

00:06:28: Das ist natürlich auch total spannend.

00:06:30: und dann gibt es da ja noch den Kosovo der einen Antrag gestellt hat aber noch keinen Kandidatenstaat das besitzt oder?

00:06:37: Richtig!

00:06:38: Besonders für die Westbalkan-Staaten hat die EU ein spezielles Programm, den Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess kompliziertes Wort, kurz auch SAP.

00:06:47: Ziel ist es hierbei dass diese Region politisch und wirtschaftlich stabil überhaupt erst gemacht werden.

00:06:53: da gibt's sogar einen neuen Wachstumsplan der Geld für Reform bereit stellt damit die Menschen dort schon vor dem Beitritt ja auch die Vorteile spüren können.

00:07:02: Also man kann ganz klar sehen Die Erweitung ist Geopolitik also es geht darum Europa in einer Welt im Umbruch zusammen zu halten und zu stabilisieren.

00:07:11: Ja, also auch beispielsweise sind Montenegro und Serbien in diesem Prozess am weitesten fortgeschritten.

00:07:16: Montenego hat zum Beispiel schon alle thirty-fünf Verhandlungskapitel geöffnet von denen zwölf bereits abgeschlossen sind und in Serbieren sind aktuell zweiundzwanzig Kapitel eröffnet.

00:07:26: Die Frage ist natürlich aber auf warum das alles so lange dauert.

00:07:30: Man sieht also, es ist ein bunter Mix aus Ländern und die EU betont auch immer wieder dass die Erweitung eine Investition in den Frieden und in die Sicherheit ist.

00:07:38: Besonders als Antwort auf die aktuelle Geopolitik wie wir eben gesagt haben.

00:07:43: dieses Konstrukt ist ja auf Geopolitique ausgerichtet aber sie schaut heute viel genauer hin als früher.

00:07:49: wer nämlich rein will muss seine Hausaufgaben bei der Rechtsstaatlichkeit wirklich machen und ernst nehmen.

00:07:55: Da wird genau hingeguckt.

00:07:57: Ja, ganz genau die EU fordert nämlich wirklich noch große Anstrengungen vor allem bei der Justizreformen auch im Kampf gegen Korruption und Kriminalität.

00:08:05: Bei Serbien ist zudem das schwierige Verhältnis zum Kosovo auch ein Knackpunkt.

00:08:10: Nordmazedonien und Albanien konnten erst im Juli, mit den Verhandlungsstaaten, weil sie zuvor lange durch Vetus andere EU-Staaten halt auch blockiert wurden.

00:08:19: Und Bosnian Herzegovina hat den Kandidatensstatus tatsächlich auch erst im Dezember, in dem Jahr zwölfzehnundzwanzig erhalten.

00:08:25: Dann gibt es aber auch noch Kandidaten im Osten bei denen es jetzt plötzlich sehr schnell ging!

00:08:29: Genau, da haben wir eben auch schon gesagt dass vor allem die Ukraine, Moldau und Georgien an erster Stelle sind.

00:08:36: Aber wie wir alle wissen durch den russischen Angriffskrieg hat sich die Lage völlig verändert und die Ukraine und Molda haben erst im Jahr zwei Tausend zwanzig in Antrag gestellt Und seit Juni, zwanzundvierundzwanzig laufen dort sogar schon die offiziellen Beitrittsverhandlungen.

00:08:54: Georgin ist seit zweitausenddreiundzwandig im Dezember offiziell mit dabei.

00:09:00: Aber es gibt ja auch noch den Sonderfall Türkei.

00:09:03: Ja man hört ja oft dass das Projekt dort eher schwierig ist

00:09:06: Also die Türkeis tatsächlich schon seit neunzehntneunundneunzig Kandidat.

00:09:11: Die Verhandlungen sind aber seit Jahren praktisch irgendwie auch zum Stillstand kann man sagen sind sie gekommen.

00:09:17: Die EU kritisiert hier vor allem ja auch gravierende Rückschritte bei der Demokratie, bei der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten.

00:09:23: Das war wirklich ein spannender Ritt durch die Geschichte und Zukunft der EU!

00:09:28: Und wenn ihr euch vielleicht auch über Themen informieren wollen außerhalb dieser Lauschfrequenz-Götterfunken dann guckt doch gerne mal auf unserer Internetseite vorbei www.iz-Rostock.de.

00:09:40: Da findet ihr immer neue, informative Veranstaltungen.

00:09:44: jetzt unsere nächste Veranstaltung wird den Blick mehr Richtung Landtagswahlen setzen.

00:09:50: Gerade hier in Mecklenburg-Vorpommern wird ja am zwanzigsten September gewählt, guckt gerne auf unserer Internetseite vorbei, folgt uns auf Instagram und allen anderen sozialen Medien Und dann freuen wir uns ganz, ganz toll wenn ihr wieder beim nächsten Mal mit unserer nächsten Folge unserem neuen Thema Europa erklärt mit dabei seid.

00:10:08: Ich habe noch eine Anmerkung und zwar ist das ja ein sehr komplexes Thema und gerade wenn man auf unsere Seite geht und sich die Veranstaltung anguckt würde man vielleicht auch fündig werden und einen Jeopardy finden.

00:10:20: und dieses Jeopardi gibt es auch für Beitrittskandidaten.

00:10:24: also es gibt ein Jeopardie Vielleicht kennen das einige Leute, es ist wie so eine Quiz Show auch.

00:10:29: Wir haben es relativ an diese Quiz Show angelehnt.

00:10:33: Gibt es allgemein zu Europa?

00:10:35: Aber wir haben auch in Jeopardy richtig nur die Beitrittskandidaten, wo man auch noch mal ein bisschen was lernt.

00:10:40: Ein paar Fun Facts auch nochmal lernt.

00:10:42: also es ist nicht nur Gesetze und wie läuft das ab und wer hat jetzt dieses Abkommen und wer dieses Abkommen?

00:10:50: und was hat das Land schon erfüllt und was muss es noch erfüllen und seit wann?

00:10:52: ist es dabei klar dass lernt man aber Auch ein paar Fun Facts.

00:10:57: Also, um sich immer stetig weiterzubilden ja auch?

00:11:01: Genau!

00:11:02: Und es läuft so ab.

00:11:04: erst gibt's einen kleinen Input von uns und dann haben wir zwei Runden Jeopardy wo das Wissen dann nochmal geprüft wird.

00:11:11: Es ist immer witzig weil die Leute sich immer ein bisschen in die Haare kriegen wenns um Quiz Shows geht.

00:11:17: Ich wollte gerade sagen wie du es erklärt hast wollte ich dir noch fragen Ist das ein JeopardY für Beitrittskandidaten oder über Beitrittspiel?

00:11:23: Über, über, schuldigung, über.

00:11:26: Aber ja, für alle die Interesse haben etwas über Beitrittskandidaten zu lernen.

00:11:31: Ja ihr habt es gehört!

00:11:32: Guckt auf unsere Internetseite vorbei, seid dabei kommt hier ins europäische Integrationszentrum in Rostock, lernt was über Europa und Europäische Politik und wir freuen uns beim nächsten Mal wieder.

00:11:44: Arte?

00:11:45: Die Grüße!

00:11:46: Nele und ich haben die Grüße mal eingebaut.

00:11:48: Oh!

00:11:48: Ja du musst noch jemanden grüßen zum Abschluss.

00:11:52: Gar nicht so einfach.

00:11:53: Gar nie so einfach... Ich grüße heute.

00:11:55: Muss das eine reale Person sein?

00:11:57: Wie du möchtest.

00:11:59: Willst du jetzt Pennington grüßen, den Bär?

00:12:01: Ja!

00:12:02: Ich grüße Penningten dem Bär.

00:12:03: Den mag ich ganz, ganz toll.

00:12:05: Der ist das perfekte Symbol für die Europäische Union finde ich.

00:12:09: Der kommt zwar aus Peru was ja nicht zur europäischen Union gehört aber ich finde Penningen hat uns gezeigt dass kulturelle Unterschiede wirklich... gar keine Grenzen kennen sollten und dass wir einfach offen mit allen Menschen umgehen sollten oder auch bären, also auch tieren.

00:12:26: Also ich grüße heute Paniken weil Paniken das perfekte Beispiel dafür ist wie wichtig unsere europäischen Werte doch sind.

00:12:32: Süß!

00:12:34: Ich grüß mein Freund und Kumpel Edin der aus Bosnien-Herzegovina kommt.

00:12:42: Passend zum Thema so ein bisschen.

00:12:45: Liebe Grüße Bis dahin, bis nächste Woche.

00:12:48: Tschüss!

Über diesen Podcast

Mit unserem Podcast „Götterfunken“ bekommst Du die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren. Neu haben wir unser Format „Europa erklärt“. Hier findest du das nötige Grundwissen für ein gutes Verständnis der europäischen Institutionen und Organe. Alles was es braucht um die Europäische Union besser zu verstehen!
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von und mit Team des EIZ Rostock

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