00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Götter Funken, der Lauschfrequenz für europapolitische Orn.
00:00:06: Mein Name ist Amelie und neben mir ist meine Kollegin Nele wieder da!
00:00:11: Und heute haben wir ein Thema und zwar beschäftigen uns heute mit zehn Jahre Brexit.
00:00:16: Jetzt werden einige von euch denken, warte mal, zehn Jahre?
00:00:19: Die sind doch erst vor ein paar Jahren irgendwie aus der EU ausgetreten.
00:00:22: Ja!
00:00:23: Aber die Woche... Wir nehmen das jetzt am vierundzwanzigsten Sechsten auf und gestern also am dreinzwanziger sechsten vor zehn Jahren fingen das Ganze nämlich an mit dem Referendum.
00:00:34: Ja, wenn ich an den Brexit denke, denke ich auch eher so in den Romanzischen Referendum war.
00:00:40: Aber tatsächlich wie du schon meintest ist die Geschichte ja wesentlich länger und jetzt halt schon zehn Jahre alt.
00:00:46: Genau, zehn Jahre ist es her ein Datum dass sich irgendwie auch so bisschen das kollektive Gedächtnis von Europa also unseres Kontinents auch irgendwie eingebrannt hat weil das damals auch Einfach ein krasser Bruch irgendwie war, als es so das erste Mal in den Nachrichten aufgetaucht ist.
00:01:00: Und damals wurde tatsächlich mit einer knappen Mehrheit von Einenundfünfzig Komma Neun Prozent am Morgen des Dreiundzwanzigsten Juni, Zweihntausendsechzehn entschlossen oder stand dort fest, dass vereinigte Königreich wird die Europäische Union verlassen?
00:01:15: Und ja, wie wir schon gesagt haben bis zum tatsächlichen Austritt des Landes sollten dann eben noch einige Jahre vergehen um genau zu sein dreieinhalb.
00:01:24: Aber die Weichen wurden eben in jener Nacht vom Dreiundzwanzigsten Juni-Zwzg.
00:01:28: gestellt.
00:01:28: Ja aber wenn man mal so überlegt vor zehn Jahren... Wenn ich auch mal so bin überlegt wo war ich vor zehn?
00:01:33: Du warst da wahrscheinlich auch noch in der Schule.
00:01:36: Ich habe irgendwie studiert.
00:01:39: Damals auch noch gar nicht Politikwissenschaften.
00:01:42: Da war das irgendwie noch gar nichts so ein Thema für mich und auch irgendwie alles noch so weit weg.
00:01:47: Und jetzt zehn Jahre später sind sie halt auch schon komplett raus, das hinterlässt ja heute in der Wirtschaft auch noch deutliche Spuren.
00:01:57: Bevor wir uns aber die Trümmer und diese kleinen Pflänzchen der Hoffnung, die es vielleicht auch irgendwie noch gibt ansehen müssen wir überhaupt erst mal verstehen wie's soweit kommen konnte.
00:02:05: also wir spulen jetzt mal zurück vor zehn Jahren das war das Jahr Heute das erste große Wetterleuchten des neuen Populismus, kann man auch sagen.
00:02:16: Auch kurz bevor Donald Trump in den USA überhaupt die Bühne betrat!
00:02:20: Auch daran kann ich mich noch erinnern.
00:02:21: Ich weiß, aber jetzt saß ich im Chemieunterricht.
00:02:24: Daran kann ich mir mehr erinneren?
00:02:26: Weil
00:02:26: wir auch damals das alles so live mitverfolgt haben und so.
00:02:29: Aber Brexit war dann da ein bisschen kleineres Thema.
00:02:33: Ja voll!
00:02:33: Also bei mir ist es auch zwar nicht sechzehn.
00:02:35: Ich saß im Chemienunterricht früh und dann kam die Wahlergebnisse aus der USA und wir haben uns alle angucken und waren
00:02:41: so oi...
00:02:43: Das ist schon wieder krass lang her.
00:02:46: Die Wurzeln geben wir wieder zurück, die Wurzel von Brexit liegen halt tiefer und eben in der damaligen Politik.
00:02:53: Der damalige konservative Premierminister von Großbritannien David Cameron auch ein Name, der sich bei mir eingebaut hat.
00:02:59: Der hat
00:03:00: es sich auch bei mir eingeprahm tatsächlich?
00:03:02: Genau
00:03:02: das ist für mich auch irgendwie.
00:03:03: David Cameron ist der Name vom Politiker den ich einfach damit verbinde.
00:03:07: Der hatte das Referendum damals eigentlich nur angesetzt um die EU-Skeptika in seiner eigenen Partei so ein bisschen ruhig zu stellen.
00:03:16: Und im Nachgang war das eigentlich eine ja total fatale politische, fast schon Fehleinschätzung wenn man sie möchte.
00:03:23: Man dachte halt irgendwie die Briten würden sich halt eher für den Status quo entscheiden.
00:03:28: Doch die sogenannte Leaf-Kampagne, also Leaf ist eigentlich für Verlassen.
00:03:32: Die nutzte einfach geschickt den Frust auch vieler Leute in Großbritannien über die globalen Eliten aber auch über Themen damals schon wie Migration und Zuwanderung
00:03:41: usw.,
00:03:42: um eben diesen EU-Austritt so ins Rollen zu bringen.
00:03:46: Genau das war dann halt auch diese Geburtstunde von Slogans wie Take Back Control.
00:03:51: und während die EU-Befürworter so mit trockenen Wirtschaftsdaten waren, verkaufen die Brexit-Vorkämpfer eine emotionale Vision von Unabhängigkeit.
00:04:01: Ich glaube da gibt es auch heutzutage immer noch viele Dokus für und auch viele Berichte dass da wirklich viel in der emotionalen Schiene gemacht wurde und auch viel aufvertretet wurde.
00:04:11: ich meine das kennen wir auch in einer heutigen Politik immer noch ne?
00:04:13: Da gibt's ja auch einige... die viel auf emotionaler Basis machen und die Fakten vielleicht mal ein bisschen daneben liegen lassen, aber ja das war damals halt auch schon ein ganz großes Problem.
00:04:24: Und ein prominentes Gesicht war der jetzt im Jahr Tejas ehemaliger Staatskanzler und erfährlich die EU-Mitgliedschaft Spöttisch mit einem Tennisverein, in dem man gar nicht Tennis spielen wollte.
00:04:40: Und er glaubte eben auch fest daran, dass Großbritannien den Binnenmarkt nicht brauchte um wirtschaftlich zu prosperieren.
00:04:47: Und zehn Jahre später wissen wir aber dieser Tennis-Verein was der ja so spaßig gesagt hat oder so flapsig gesagt, besser gesagt war das wirtschaftliche Rückgratteinsel.
00:05:00: Und mittlerweile ziehen ja auch viele Experten, Expertinnen aber eben auch Menschen in Großbritannien eigentlich so eine bittere Bilanz.
00:05:08: Vor allem im Thema Wirtschaft und Industrie, Lawson und auch andere eher liberalere Befürworter von diesem Ausdritt Großbritaniens versprachen damals ein blühendes Großbrитанien was nicht mehr diesen ganzen EU-Regeln unterliegt.
00:05:26: Ja
00:05:26: das habe ich dann so ein bisschen mehr mitverfolgt an diese... die ganzen Versprechen, die es gab.
00:05:30: Das
00:05:30: gab genau und damals warnt ein Ökonom auch schon und haben das bis heute weiter auf ihrer Agenda.
00:05:37: Das war einfach ein großes Wunschdenken und eine der gründlichsten Untersuchungen des US Forschungs Institutes NBER zeigt dass die Schäden sogar doppelt so groß sind wie man in den vergangenen Jahrzehnten damals überhaupt befürchtet
00:05:52: hatte.
00:05:52: Erklär uns mal das ein bisschen genauer.
00:05:54: also was sagen die Zahlen dazu?
00:05:56: Also haltet euch fest, ohne den Brexit wäre die britische Wirtschaftsleistung pro Einwohner heute um Schätzungsweise sechs bis acht Prozent höher.
00:06:07: Der Austritt hat Investitionenbeschäftigung aber auch die Produktivität des Landes massiv geschädigt.
00:06:14: der britische Fund hat sich von ja also hat so ein Schwächer-Anfall eigentlich erlitten vor allem direkt nach diesem ersten Votum zwanzig sechzehn und seitdem sich tatsächlich auch nie wieder richtig erhöht was vor allem damit zu tun hat, dass Importe in das Land rein dauerhaft ja einfach teurer geworden sind und dementsprechend natürlich auch eben die Kosten und so weiter vor Ort.
00:06:37: Ja und was ist heute mit diesem Aushängeschild Sunderland?
00:06:40: Das war so zwei Jahrzehnte die Hochburg der Brexit hier ist obwohl dort auch das riesige Nissanwerk ja auch steht, das ja fast nur für den Export in die EU produziert.
00:06:51: Genau SunderLand Genau, also dieses Aushängership.
00:06:55: Wie gesagt, da gab es halt diese Autofabrik.
00:06:57: Das ist heute immer noch so ein bisschen ein Lehrstück eigentlich für die geplatzten Träume, die damals versprochen wurden.
00:07:03: Dieses Werk von Nissan, das existiert immer noch aber es produziert tatsächlich heute rund forty- bis fünftig Prozent weniger Autos als vor zehn Jahren.
00:07:14: Die Zahlen sind wirklich forty- und fünfzig Prozent.
00:07:18: Genau.
00:07:18: Also deren Umsatz, deren Exporte sind halt um die Hälfte einfach weggebrochen.
00:07:22: und die Unternehmer vor Ort, die da natürlich auch in sowas investieren, sei es mit Aktien was auch immer, Arbeitsplätze, die dort dranhängen
00:07:29: usw.,
00:07:30: die verzweifeln einfach an einem... wie sie sagen, phänomenalfrustrieren Papierkram.
00:07:36: Der durch den Austritt aus dem EU-Binnmarkt entstanden ist.
00:07:39: Ich glaube das kann man sich vorstellen was da noch einmal für krasse Regularien, Zollbestimmungen etc.
00:07:44: einfach mit dran hängen.
00:07:46: Da habe ich kurz eine andere Geschichte noch zu.
00:07:48: Ich habe einen kleinen Beitrag gesehen.
00:07:50: gerade junge Leute also die sind jetzt so Anfang zwanzig damals waren sie halt irgendwie auch noch viel zu jung um damit abstimmen zu dürfen.
00:07:58: Wie Sie heute auch darunter leiden und weil du das auch grad Papierkram angesprochen hat ist, da gibt es eine junge Musikerin.
00:08:04: Die hat ne Band...ich den Namen weiß ich jetzt auch nicht.
00:08:07: Ist auch egal!
00:08:07: Ich will jetzt auch für die Band Werbung machen aber die gehen halt auf Tour Europa-Tour und die sagen, dass es so viel Papierkram.
00:08:15: Und was sie da alles nachweisen müssen?
00:08:17: Da dachte ich mir so oh mein Gott warum muss man das... Ja ja aber dann müssen Sie auch planen, dass alle Stops innerhalb der neunzig Tage auch hinkriegen.
00:08:27: Dann diesen ganzen Papier Kram.
00:08:28: also ist es genauso als würden sie jetzt auf Tour gehen wollen in den Urstarm.
00:08:32: Aber gehen wir noch mal zurück vor zehn Jahren.
00:08:36: Ja, da gab es doch irgendwie auch so eine Hoffnung, dass neue Handelsverträge mit dem Rest der Welt das ausgleichen sollten.
00:08:42: Also so Global Britain und sowas...
00:08:44: Auch das ist tatsächlich weitgehend eine Illusion geblieben.
00:08:48: Großbritannien hat zwar neununddreißig Handelsverträge mit seventy zwei Ländern weltweit abgeschlossen, aber die meisten ersetzen einfach nur die Abkommen, die man als EU-Mitglied sowieso schon hatte.
00:08:59: Also da sind eben viele Verträge, die es vorher halt in anderer Form schon gegeben hat durch den Durch die Teile habe in der Europäischen Union und die EU bleibt mit einem Anteil von über vierzig Prozent, damit Abstand immer noch wichtigster Handelspartner ist ja irgendwie logisch.
00:09:15: Also man hatte ja vorhin schon diese ganzen Handelsabkommen, man ist ja geografisch auch einfach kulturell nah und diese geografischen Fakten kann man auch nicht wegdiskutieren.
00:09:28: unglaublich riesiges Thema auch überall war, war halt auch das Thema Migration.
00:09:33: Und das wurde dann auch irgendwie so ein bisschen zum Kernthema damals beim Brexit.
00:09:37: also viele Menschen in diesen vernachlässigten Industrieregionen, diesen britischen Rostgüttel stimmten für den Brexit weil sie die ja unkontrollierte Einwanderung stoppen wollten
00:09:47: Und das ist auch tatsächlich so das größte Paradoxon von allen.
00:09:51: Zwar ist die Zuwanderung aus der EU zurückgegangen, aber die Gesamtzahl der Einwanderer ist nach dem Austritt tatsächlich eher explodiert.
00:10:00: also sind die Zahlen eher in die Höhe gegangen weil die britische Wirtschaft aufgrund geringer Produktivität wie wir schon gesagt haben natürlich auch händeringt einfach Arbeitskräfte sucht und natürlich auch Menschen braucht die eben dort arbeiten.
00:10:14: Genau, da wurden natürlich eben dann noch Regeln vereinfacht oder liberalisiert für Menschen die halt aus Nicht-Iu-Staaten auch kommen.
00:10:22: Dass sie einfacher nach Großbritannien einreisen können.
00:10:24: Ja und das führt dann wiederum zu wirklich bizarren Situationen wenn man sich das mal so ein bisschen überlegt.
00:10:30: Nächste Woche beginnt dann zum Beispiel Wimmelten und die berühmten Erdbeeren werden dort ja heute nicht mehr von irgendwie Polen oder Rumänen geerntet sondern von Saisonkräften aus Zentralasien.
00:10:40: also der Brexit hat die Zuwanderung nicht gestoppt er hat nur der Verkunftssender weiter wegfaschoben.
00:10:46: Das ist, denke man nicht das wie sich Gegner von Migrationen vorgestellt haben und an sich ist es auch kein Wunder.
00:10:54: Das Land ist politisch einfach instabiler geworden.
00:10:58: seit dieser Zeit in diesen zehn Jahren verschliss das Vereinigte Königreich.
00:11:02: sechs Premierminister also das ist ja schon sehr viel.
00:11:06: jetzt kannst du überlegen wie viele Bundeskanzler hier in den letzten Jahren hatten also nicht sechs zumindest Genau, also das ist ja auch immer so ein Anzeichen für das Länder halt irgendwie instabil.
00:11:18: Irgendwas
00:11:19: ist ja komisch, ja!
00:11:21: Und dann eben auch Wahlen natürlich vorgezogen werden und es gab da und wieder welche die denn abgedankt haben usw.
00:11:27: Es gab dieses ich sag mal so ein bisschen das lange Drama unter Theresa May, die drei Jahre lang dabei war, die in slogan Brexit means Brexit nie wirklich mit Leben füllen konnte.
00:11:39: Dann kam Auch der Name hat sich bei mir eingefangen.
00:11:42: Die
00:11:42: haben die beiden tatsächlich.
00:11:44: Boris Johnson wird zu einem sehr hasstig ausgehandelten Deal, der die Mitgliedschaft im Binnenmarkt auch nie wirklich ersetzen konnte.
00:11:52: Ja und dann sagt er noch den Namen List Trust was?
00:11:56: Da klingelt jetzt gar nicht so viel.
00:11:57: also wenn ich den Namen irgendwie gehört hätte weiß ich nicht ob ich sie mit Großbritannien verbunden hätte.
00:12:02: Aber Sie wollte auf jeden Fall den Brexit mit einer Radikalkur aus massiven Steuersenkung retten.
00:12:10: so sehr ein Panik, dass sie nach Nuhr und deswegen ist der Name vielleicht nicht mehr im Kopf geblieben.
00:12:15: Nach nur forty-fünfzig Tagen auch gehen musste!
00:12:20: Tja,
00:12:21: heute versucht die ja Labor Regierung unter Andy Burnham einen Reset also eine langsame Wiederannäherung an EU Regelwerke ohne jedoch so die heilige Kuh des Referendums von zwei tausendsechzehn direkt zu schlachten.
00:12:36: Und jetzt natürlich ein bisschen die Frage, wie ist so die Stimmung im Land heute.
00:12:41: Also ich habe bereutend die Briten das hier gemacht haben.
00:12:44: oder haben sie sich dran gewöhnt?
00:12:46: Gibt es eine Befürwortung?
00:12:48: also was denken die Menschen heute?
00:12:50: wenn man sich so die Umfragen mal ansieht, die es gibt halten inzwischen über fünfzig Prozent der Briten den Brexit tatsächlich für einen Fehler.
00:12:58: Ja es haben ja auch nur knapp einundfünfzig Komma dafür gestimmt.
00:13:04: Es sieht aber irgendwie auf der Straße gibt es noch ein anderes Bild.
00:13:07: Neulich gab es in London den National Rejoin March, die Veranstalter hofften auf Massen.
00:13:14: Aber am Ende kamen vielleicht so ja zweihundert Menschen und das herrschte eine gewisse Brexit-Müdigkeit kann man schon sagen.
00:13:20: Also niemand will zurück in die polarisierten Krisenjahre nach dem Jahr zweitausendsechzehn, die das Land dann auch politisch lahmgelegt hatte.
00:13:28: Der konservative Sicherheitspolitiker Tobias Elwood sagt sogar das Thema sei immer noch so toxisch, dass die Idee einfach in die EU
00:13:39: zurückzuspringen
00:13:40: für viele auch viel zuviel wäre.
00:13:42: Also ich kann mir das gut vorstellen, dass dieses Thema sehr bündend ist.
00:13:46: und jetzt zu sagen wir machen jetzt einen Rücken...
00:13:49: Um richtig EU-Mitglied zu werden dauert es ja auch eben.
00:13:51: Genau, auch
00:13:52: wieder ewig!
00:13:53: Das würde ja auch wieder sehr viel mit sich ziehen und es gibt zudem auch eine tiefe Entfremdung ganzer Bevölkerungsschichten von der Politik, die der Brexit ja eigentlich heilen sollte.
00:14:05: Aber im Endeffekt irgendwie nur verschlimmert
00:14:07: hat.".
00:14:08: Und vergessen wir nicht die EU-Seite!
00:14:09: Jean-Claude Juncker, der zu dem Zeitpunkt des Referendums EU Kommissionspräsident war, bezweifelt dass Brüssel die Briten so schnell zurückkommen will weil die Wunden von zwei Jahrzehnte immer noch nicht verheilt sind.
00:14:20: ne?
00:14:20: Das sind wie bei dem Thema das dauert halt eben auch.
00:14:23: also Die Wunden gibt es nicht nur bei den Briten sondern auch hier bei uns.
00:14:28: Ja und ein Wiedereintritt würde halt irgendwie bedeuten keine Rabatte mehr, vielleicht der Euro und Schengen.
00:14:34: Das ist für viele Briten heute irgendwie noch unvorstellbar.
00:14:37: Doch es gibt auch Argumente für eine Annäherung die gar nicht so wirklich jetzt mit dem Thema Wirtschaft oder so zu tun haben sondern eher mit der globalen Weltlage, die ist ja logischerweise auch anders als sie vor zehn Jahren war.
00:14:52: Russland ist aggressiver, China ist stärker die USA noch unzuverlässiger und in diesem Umfeld wirkt das Ganze natürlich nochmal anders.
00:15:04: Und Großbritannien ist fast so ein bisschen isoliert irgendwie wie so einen Relikt aus einer anderen Zeit.
00:15:10: fast würde ich sagen
00:15:12: Auf jeden Fall kann Großbritannien sich es schlicht gar nicht mehr leisten, die Augen vor der kollektiven Sicherheit Europas zu verschließen.
00:15:20: Trump und auch andere globale Verschiebungen treiben das Land förmlich zurück in die Arme Europas könnte man auch so sagen.
00:15:27: Und jetzt ist so ein bisschen die Frage, was bedeutet das für uns?
00:15:30: Also auch irgendwie für diese junge Generation würde ich mal sagen.
00:15:33: Du meintest ja für ihn schon viele Menschen, die da einfach reinwachsen und sie haben sich damals gar nicht dafür in den Ast zu finden...
00:15:39: Wie alt warst du zum Beispiel?
00:15:41: Ich war sechs Jahre
00:15:41: alt.
00:15:41: So, ich war zwanzig.
00:15:44: Das war für mich alles noch ... Mich hat es ja gar nicht mehr so betroffen, weil ich hier lebe!
00:15:50: Aber wenn ich mir das jetzt vorstelle, okay.
00:15:51: Ich wäre da irgendwie aufgewachsen und würde mir eigentlich denken, wär schon ganz nice auch so ... Naja, aber
00:15:55: überleg noch mal zurück.
00:15:57: Also die, die jetzt sehnundzwanzig sind, wie alt waren die da?
00:16:03: Die konnten das gar nicht verstehen vielleicht.
00:16:06: Das war überhaupt nicht greifbar für sie.
00:16:08: Es war auch noch gar nicht so groß in ihren Interessenlagern mit drin.
00:16:12: Aber jetzt leben Sie halt mit den Konsequenzen.
00:16:14: Das ist halt das Unfaire!
00:16:15: Ja, und genau das ist eben auch der Punkt.
00:16:17: Also für junge Briten ist der Brexit ein persönlicher Verlust.
00:16:20: also ja eine junge Rednerin in London sagte neulich Der Brexit traube ihnen das Recht in siebenundzwanzig anderen Ländern zu leben und zu lieben.
00:16:29: Also früher konntest du einfach nach Berlin ziehen heute musst du dafür Visum oder beantragen oder teils heiraten Und selbst dann sitzt man oft noch fest weil die Botschaften überlastet sind.
00:16:39: Das ist wie.
00:16:40: für uns ist es so einfach Ne?
00:16:42: Wir können jetzt irgendwie irgendwo hin Wochenende schnell in Spanien, in der Sonne verbringen oder keine Ahnung was auch immer Paris ein Croissant essen und das ist für die irgendwie gar nicht mehr möglich.
00:16:56: Obwohl Reisen ja wahrscheinlich, kann ich mir vorstellen noch ein bisschen einfacher ist.
00:17:00: Weil du dann ja nur ein paar Tage unterwegs bist.
00:17:01: aber wenn man jetzt irgendwie längerfristig mal weg will oder im Ausland studieren will oder so Ja dann wird es auf jeden Fall schwieriger mit Visa und allem drum und dran.
00:17:10: Aber nichtsdestotrotz wollen wir natürlich auch mal wagen dass es vielleicht einen kleinen Hoffnungsschimmer irgendwie gibt Und diese Folge mit einem kleinen positiven Lichtblick beenden Also einfach mal etwas zeigen das die Vernunft auch eventuell wieder zurückkehrt.
00:17:25: Ja, ich nehme an, du sprichst vom Erasmusprogramm.
00:17:28: Das ist so die Nachricht des Jahres für alle Studierenden.
00:17:31: nach dem Großbritannien mit dem Brexit aus der Erasmussplus ausgetreten war was auch die Mobilität irgendwie massiv beschädigt hat kommt jetzt die Kehrtwende.
00:17:39: Großbritannien wird nämlich ab dem Jahr wieder Teil des Erasmusprogramms sein.
00:17:44: Yay!
00:17:46: Also eine sehr gute Nachricht für alle Studierenden, aber auch Auszubildende
00:17:50: usw.,
00:17:50: die gerne einen Auslandsjahr in Großbrитannien machen möchten.
00:17:54: Das ist tatsächlich ne echte Win-Win Situation für Europa und auch die Insel.
00:17:59: Konkret heisst das ab dem akademischen Jahr zwanzig, siebenundzwanzig achtundzwantzig also voraussichtlich ab September zwanziger können die EU Bürgerinnen und Bürgern wieder unter Erasmusbedingungen Oxford, Edinburgh oder auch in London studieren.
00:18:11: Und ja bis dahin gibt es Übergangslösungen wie die zwanzig Prozent Regelung über die aktuell immerhin schon rund tausend siebenhundert Mobilitäten pro Jahr gefördert werden.
00:18:21: und das zeigt der Austausch von Talenten und Ideen lässt sich natürlich nicht dauerhaft durch Grenzen stoppen.
00:18:26: Und wer für den Auslandsemester plant, sollte laut Experten auf jeden Fall jetzt schon mal mit der Planung beginnen und die International Offices der Universitäten und so weiter kontaktieren.
00:18:38: Es ist zwar noch kein richtiger Rejoin also nicht wirklich Rückkehr Großbritanniens aber es ist ein Signal das wir wieder zusammenwachsen wollen!
00:18:46: Ja, also ein schönes Schlusswort.
00:18:48: So für zehn Jahre Brexit-Referendum.
00:18:51: die Insel rückt biografisch nicht näher aber in den Köpfen der jungen Generation scheint die Brücke über den Kanal wieder stabiler zu werden.
00:18:59: und damit würde ich sagen beenden wir diese Folge über zehn Jahre brexit.
00:19:03: danke auf jeden Fall fürs Zuhören hier bei Götter Funken der Lauschfrukfrequenz für europapolitische Ohren.
00:19:09: vielleicht einfach noch als Schlusswort bleibt europäisch, bleibt neugierig und dann hören wir uns hoffentlich auch beim nächsten Mal wieder.
00:19:16: Schaut doch natürlich gerne in die Show Notes vorbei.
00:19:18: da haben wir wie immer unsere Social Media Kanäle verlinkt, unsere Website, da findet ihr unsere aktuellen Veranstaltungen, unsere Angebote und natürlich auch spannende Beiträge Genau, wie Blogbeiträge und so weiter.
00:19:33: Oder schaut natürlich auch gerne bei unseren alten Podcast-Folgen vorbei.
00:19:36: da haben wir auch immer sehr spannende Sachen.
00:19:38: Und wollen wir noch... Werbung machen für Veranstaltungen, genau.
00:19:42: Wir haben nämlich am achten Juli also jetzt auch schon sehr, sehr bald bei uns im Haus eine ganz spannende Sache und zwar stehen bei uns ja die Landtagswahlen zwanzig sechsundzwanzig an dem September und wer da gerne im Vorfeld mal mit Abgeordneten hier aus Rostock sprechen möchte, die zur Wahl stehen kann das sehr, Sehr gerne bei uns tun am achte Juli ab achtzehn Uhr.
00:20:02: wir haben nämlich verschiedene Politiker und Politikerinnen der verschiedenen Parteien eingeladen und laden alle interessiert recht herzlich, einen da zu uns ins Haus Europa zu kommen.
00:20:12: Dort könnt ihr bei unserem politischen Speed-Dating ganz locker und wirklich auch mal ein bisschen in kleinerer entspannter Runde mit den Politikern ins Gespräch kommen, eure Fragen loswerden und euch einfach mal drüber informieren.
00:20:25: Wofür stehen die eigentlich ein?
00:20:27: Was wollen sie so verändern bei uns im MV?
00:20:29: Und ich glaube das wird eine sehr coole Sache.
00:20:32: also kommt gern vorbei.
00:20:34: es ist total kostenlos!
00:20:35: Es gibt ja einen sehr schönen Abend.
00:20:38: meldet euch einfach an auf unserer Website www.eitz-rossdog.de und dann müsst ihr nur bei Veranstaltungen drauf klicken, und dann findet ihr da auch schon den achten Juli!
00:20:47: Wir freuen uns!
00:20:48: Deine Grüße?
00:20:49: Meine Grüße!
00:20:50: Da habe ich jetzt wieder gar nicht drüber nachgedacht.
00:20:52: ne super!
00:20:53: Ich möchte heute...ich grüße Emmy ganz liebe Grüße.
00:20:57: aus gegebenen Anlass weil wir das heute schon am vierundzwanzigsten sechsten Aufnehmen begrüße ich meine Mama.
00:21:03: die hab ich schon mal gegrüßt und ich weiß so dass sie nicht reinhört aber der hat Geburtstag.
00:21:07: ja Okay, dann hören wir uns nächste Woche in alter Frische wieder.
00:21:13: Ansonsten falls ihr auch mal irgendwie Themen habt die euch besonders interessieren schreibt uns gerne lasst es uns wissen schickt uns eine DM und ja ansonsten auf.
00:21:23: von mir noch ne schöne Woche und wir hören uns dann in einer Woche wieder.
00:21:28: bis dahin ciao.