Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

Transkript

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00:00:00: Ja, moin moin.

00:00:01: Herzlich willkommen bei Götter Funken!

00:00:03: Wir melden uns heute mit einer Folge die so richtig nach weiter Welt und Abenteuer und natürlich auch ganz wichtig europäischer Zusammenarbeit

00:00:12: riecht.

00:00:12: Mein Name ist Amelie.

00:00:14: Habt ihr jetzt, da hab ich schon mitbekommen in den letzten Folgen?

00:00:16: Und mir gegenüber sitzt Jen... Hello!

00:00:19: ...ne Frage.

00:00:20: Bereitest du dich schon mental auf den August vor bzw.

00:00:24: wenn die Folge rauskommt nehmen sie kurz vor August auf aber das sind wir wahrscheinlich schon

00:00:27: im August.

00:00:29: Ja, ja.

00:00:29: Die Vorfreude auf die fünfundreißigste Hanses Helen Rostock im August zwei tausend sechsundzwanzig steigt einfach.

00:00:36: es ist eben nicht nur irgendein Volksfest sondern das weltweit größte jährlich stattfindende Treffen von Traditionssegeln und wenn man über Europa redet kommt man an der Hanse einfach nicht vorbei.

00:00:49: aber sag mal liebe vor wir loslegen.

00:00:51: was war dein bisher peinliches Erlebnis auf dem Wasser?

00:00:55: Ich bin Malen Hier am Flussbad.

00:00:58: Mit so einem Tretboot mit der Freundin, langgefahren kann man schon sagen und das Verliehen hat.

00:01:07: er meinte schon so ja wenn ihr ins Wasser wollt aber erst hinter der Eisenbahnbrücke.

00:01:11: ich habe mir dabei auch nichts gedacht weil es war irgendwie noch zu Corona-Zeiten und da durfte man eigentlich gar nicht so richtig ins Wasser.

00:01:17: warum auch immer aber bin ich irgendwann hinter dieser Eisenbahn Brücke dann ins Wasser oder wollte ich wieder auf das Tret Boot?

00:01:24: Dann hab' ich mit Krieg die Leiternwanne abgebaut.

00:01:27: Ich bin nicht mehr hochgekommen.

00:01:29: Ich habe es wirklich nicht geschafft, mich irgendwie hochzuziehen in dieses Tretboot wieder rein ohne Leiter.

00:01:36: Da musste ich zum Glück gut schwimmen.

00:01:39: Meine Freunde mussten das dann alleine fahren bis wir an der Seite waren wo ich ... festen Boden unter den Füßen hatte und nicht irgendwelche Wasserschlangen neben mir.

00:01:50: Das war auch ganz, ganz eklig.

00:01:52: Habe ich da auch noch in den Schlamm reingerutscht?

00:01:54: Und hier und da aber irgendwann... Ich glaube eine Treffelstunde hat es gedauert, war ich dann wieder auf diesem Drehboot.

00:02:00: Ja Aber komme wir zurück nach Ostern!

00:02:04: Das war jetzt so ein kleiner Deep-Dive.

00:02:05: einfach mal in die Peinlichkeiten meiner Leben.

00:02:09: Die Leute, die das gesehen haben, haben auch gut gelacht.

00:02:13: Aber du hast schon gesagt, die Hansesheil-Zwanzig-Zwarzen steht vor der Tür.

00:02:16: Ist mir zum Glück noch nichts Peinliches passiert?

00:02:18: Aber was erwartet uns da eigentlich genau?

00:02:21: Also vom Sechsten bis neunten August zwanzigundzwanzig verwandelt sich Rostock in ein riesiges maritime Spektakel.

00:02:28: man kann sich das so vorstellen.

00:02:30: ungefähr über hundert Traditions und Museumsschiffe kommen zusammen.

00:02:35: es gibt sieben verschiedene Erlebnisbereiche von Warnemünde direkt an der Ostsee über den Stadthafen bis hin zum Igerpark und sogar den Marienstützpunkt Hohe Düne.

00:02:45: Das ist natürlich auch wahnsinnig groß, ich weiß als ich noch ein kleines Kind war.

00:02:50: Ich bin ja zum Teil hier in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen.

00:02:53: Da war das für mich immer ein riesiges Erlebnis wenn ich mit meinem Vater irgendwie hergefahren bin einen Tag auf der Hansestell verbracht habe Und in den Quellen ist die Rede von über zweihundert Erlebnissen.

00:03:04: Was macht man denn da den ganzen Tag, wenn man vielleicht noch nicht da war das nicht kennt?

00:03:09: Guckt man sich nur Schiff an.

00:03:10: Nein überhaupt nicht!

00:03:11: Das Motto ist ja Erlebnis voraus.

00:03:14: du kannst dann beim Open Ship an Bord gehen und die Giganten besichtigen oder du buchst dir einen Tagesturnen und spürst live wie die Segel den Ostwind einfangen.

00:03:23: es gibt Maritime Märkte, Shanty-Köre für das richtige Flair sorgen und natürlich die riesigen Feuerwerke am Samstagabend im Stadthafn.

00:03:32: Besonders spannend finde ich, dass sogar das Marienestützpunkt Hol-Dühne seine Tore öffnet.

00:03:38: Wo man Minenjagdboote und Helikopter sehen

00:03:40: kann.".

00:03:41: Das Ganze hat ja auch eine Geschichte die kurz nach der deutschen Wiedervereinigung begannen?

00:03:46: Richtig!

00:03:47: Genau... Die erste CEL fand in deiner Zeit neunzehntig statt damals noch als hanseatische Hafentage bezeichnet.

00:03:54: Ein echter Knaller war es damals, die Teilnahme der Gäuch Fock also wirklich viele Menschen angelockt hat Und seitdem ist die Zähl stetig gewachsen und heute ein Symbol für die maritime Identität der gesamten Region.

00:04:06: Wenn wir über die Zähe reden, dann müssen wir auch irgendwie bei Rostock allgemein als Stadtreden, denn die Stadt nennt sich Seit-Zweitausendachzehn offiziell Hansa und Universitätsstadt.

00:04:16: Das ist natürlich nicht nur ein schicker Marketingname, oder?

00:04:21: Nein.

00:04:21: Das ist tief in der DNA der Stadt Verwurzelt.

00:04:24: Rostock wurde bereits zwölf tausendachzehn das lübische Stadtrecht bestätigt.

00:04:30: Sie war eine der ersten Städte die sich zum wändischen Städtepunkt Zusammenschluss der Keimzelle der deutschen Hanse.

00:04:36: Das führte zu einem unglaublichen Reichtum den man heute noch an der Backsteingutik sieht.

00:04:41: Denkt doch mal an die Marienkirche, die im dreizehnten Jahrhundert begonnen wurde.

00:04:45: Aber es war nicht immer alles glänzend.

00:04:47: Rostock hat ja auch einiges mitgemacht in den Jahren.

00:04:50: Oh,

00:04:50: ja!

00:04:51: Ja, sechzehnhundert siebenund siebzig gab es einen verheerenden Stadtbrand der ein Drittel aller Gebäude vernichtete und die Einwohnerzahl von vierzehntausend auf fünftausend sinken ließ.

00:05:00: Ronstock fiel in einem regelrechten Dämmerschlaf, von dem er sich erst mit der Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert so richtig erholen konnte.

00:05:08: Später dann in der DDR-Zeit wurde Rostock dann systematisch zum wichtigsten Schifffahrtszentrum ausgebaut und wuchs auf über twohundertfünfzigtausend Einwohner an.

00:05:17: Und dann ist da auch noch die Uni, die älteste Nordeuropa gegründet.

00:05:23: Das ist natürlich auch ein Statement für Bildung in einer Zeit, in der es eigentlich primär um den Handel ging.

00:05:28: Absolut!

00:05:29: Die Uni war so angesehen dass sie den Beinahmen leuchte des Nordens trug – das zeigt, die Hanse war auch ein Wissensnetzwerk.

00:05:36: heute ist die Universität mit dem Klinikum der größte Arbeitgeber der Stadt.

00:05:41: Jetzt lass uns mal das Ganze ein bisschen größer anschauen.

00:05:44: Du hast ja auch irgendwie im Vorgespräch mit mir, auch ein bisschen was von dem Begriff hansisches Europa erzählt?

00:05:50: Was ist damit überhaupt genau

00:05:51: gemeint?".

00:05:51: Damit wird die Hansa als System beschrieben, dass viele europäische Regionen zum ersten Mal dauerhaft integriert hat.

00:05:58: Der hansische Kaufmann war unglaublich mobil und hat eine Dynamik entfaltet, die eine ganz neue Städtewelt entstehen ließ.

00:06:04: Es war eine Integration wie wir sie in dieser Form erst Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wieder erlebt haben.

00:06:10: Das klingt fast wie so eine frühe Europäische Union.

00:06:14: Gab es damals auch schon etwas wie ein gemeinsames Parlament?

00:06:18: Es gab den Hansetag, dort trafen sich die bevollmächtigten Rats-Sendeboten der Städte um über Handelpolitik und Alltagsprobleme zu beraten.

00:06:28: Lübeck war dabei das Haupt der Hanse.

00:06:30: Von dort ging die Einladung aus.

00:06:32: Interessant ist, die Hanse war kein starrer institutioneller Apparat – sie folgte einer einfachen Regel.

00:06:38: Jede Stadt sollte ihre Aufgaben so weit wie möglich selbst erledigen.

00:06:41: Es gab keine große Verwaltung, die alles zentral vorschrieb oder organisierte, weil man auf diese Weise den Aufwand für die Verwaltungen klein hielt konnte der Städtebund schnell und einfach auf neue Situation

00:06:52: reagieren.".

00:06:53: Und der Handel war der Motor.

00:06:56: Was waren denn so die Big Player unter den Warmen?

00:06:58: Das war ein Austausch von Massengütern über riesige Distanzen.

00:07:02: aus dem Osten, etwa von der Niederlassung in Novgorod kamen Pelze, Wachs, Honig und heute diese wurden im Westen zum Beispiel in England gegen Wolle getauscht, die dann in Flandern im Weltmarkt Brücke zu feinen Tüchern verarbeitet wurde.

00:07:17: Dann war da der Fisch Salzherring aus Schonen und Trockenfisch aus Bergen die Fastenspeise für ganz Europa.

00:07:28: Die

00:07:33: Kogge war das technologische Rückgrat, im dreizehnten Jahrhundert endete sich das Design.

00:07:38: Das Ruder wanderte vom Rand ins Heck was die Schiffe manövrierfähiger machte obwohl sie immer größer wurden.

00:07:44: Das erhöhte das Transportvolumen enorm.

00:07:47: Auf den Stadt-Siegeln sieht man oft einen Schiffer und einen Kaufmann, die sich gegenüberstehen und die Hand zum Schwur heben.

00:07:53: Das symbolisiert die Hanse also Gemeinschaft.

00:07:56: Und diese Gemeinsschaft war dann politisch auch so stark dass sie sich sogar mit Königen anlegte?

00:08:02: Oh ja!

00:08:02: Die Hanse hatte zum ersten Mal auf den nördlichen Meeren das Mittel des Handelsbeukotz als politische Waffe eingesetzt.

00:08:09: Wenn ein Herrscher die Privilegien der Kaufleute beschnitt, drehte die Hanse den Geldhahn beziehungsweise dem wahren Strom zu.

00:08:17: Die hansische Diplomatie war legendär – die Gesandten galten als knallharte Verhandlungsgegner und nutzten Mittelniederdeutsch als internationale Verkehrssprache in ganz Europa.

00:08:27: Versuchen wir das Ganze jetzt mal wieder so ein bisschen in die heutige Zeit zu lenken, wenn wir uns die Hanseshell-sächsen-zwarzig anschauen und irgendwie trotzdem an dieses hansesche Europa denken.

00:08:39: Was ist denn da die wichtigste Lektion für unsere heutige Politik?

00:08:44: Ich denke, die Hanse zeigt uns das wirtschaftliche Verflechtung und diplomatische Austausch eine unglaubliche Stabilität schaffen können.

00:08:51: Selbst ohne einen zentralen Superstaat!

00:08:53: Die Hanse basierte auf Rechtssicherheit für den Bürger in der Fremde.

00:08:57: Schöne Schlusswort würde ich sagen.

00:08:59: bevor wir aber den Anker lichten vielleicht noch mal eine Frage Jen wenn du so ein Schiff der Hansestell wärst?

00:09:05: So was wärst du für ein Schifff?

00:09:07: Ich glaube, ich wäre wirklich so eine alte Kogge.

00:09:09: So ein bisschen knarzend im Gebelg, ein bisschen belastbar oder extrem belastba und immer mit einem fassguten Rostocker Bier an Bord.

00:09:17: Und du Amelie?

00:09:18: Äh...ich glaub' ich wär eher so ein modernes Beleidvorzeug.

00:09:21: also immer da wo was los ist aber dann auch irgendwie froh wenn ich abends wieder am ruhigen Hafen liege.

00:09:26: Das passt das passt

00:09:28: Okay!

00:09:28: Dann war's das erst mal für heute mit Götterfunken.

00:09:32: Wir hoffen, ihr habt diese paar Minuten auf Hoa See mit uns genossen.

00:09:38: Schaut euch die Hanses-Cell jetzt im August und dann schauen wir mal was wir nächste Woche für ein Thema haben.

00:09:47: Vielleicht habt ihr auch irgendwelche Wünsche?

00:09:49: Wir können da ja auch immer noch mal relativ kurzfristig darauf reagieren.

00:09:53: Ansonsten bis dahin eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und bevor wir uns komplett verabschieden natürlich wieder unsere Grüße!

00:10:02: Stimmt, die Grüße gehen raus.

00:10:03: Ja ich grüße an der Stelle unseren guten alten Spielmann Opie.

00:10:08: Rest in Peace.

00:10:09: Er lebt leider nicht mehr aber er hat mich eigentlich mit seiner Seemanns-Mütze auch immer irgendwo daran erinnert und hat mir irgendwie immer so ein schönes Bild dafür gegeben.

00:10:17: und dann den muss ich irgendwie immer denken wenn es um das Thema Hansesseil geht.

00:10:20: Ich weiß auch nicht warum.

00:10:21: Es sind

00:10:21: schöner Grußen!

00:10:23: Ich grüß Willi, den ich mal auf der Hansesseile kennengelernt habe der dann irgendwie danach sich beim Dönermann was zu essen holen wollte und das dabei geschafft hat sein, Bierbecher in die Dönersoßen zu schießen.

00:10:40: Lecker!

00:10:41: Ja,

00:10:42: lecker für alle die danach noch einen Döner essen wollten.

00:10:44: Deswegen Grüße an Willi und wir hören uns nächste Woche dann wieder.

00:10:48: ansonsten schaut aber immer mal wieder gerne in unsere Shownotes rein folgt uns nochmal auf den sozialen Medien guckt da mal rein.

00:10:56: Da haben wir bestimmt auch nochmal den ein oder anderen Beitrag zu Hansel beziehungsweise auch zu Hansic Hell.

00:11:01: Bis dahin Tschüss.

Über diesen Podcast

Mit unserem Podcast „Götterfunken“ bekommst Du die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren. Neu haben wir unser Format „Europa erklärt“. Hier findest du das nötige Grundwissen für ein gutes Verständnis der europäischen Institutionen und Organe. Alles was es braucht um die Europäische Union besser zu verstehen!
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von und mit Team des EIZ Rostock

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