Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

Götterfunken - die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren

Transkript

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei einer ganz besonderen Ausgabe von Götterfunken, die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren.

00:00:09: Ich bin Jen, mir gegenüber sitzt Amelie und wir tauchen heute tief in die Geschichte ein!

00:00:17: Wir fragen uns nämlich wie ist das alles eigentlich entstanden?

00:00:21: Warum leben wir heute auf einem Kontinent ohne Grenzen, während unsere Urgroßväter noch

00:00:27: gegeneinander in den Krieg gezogen sind?

00:00:29: Ja, offizielles Hallo nochmal von mir.

00:00:31: Und das ist natürlich auch eine Frage die vergessen wir im Alltag oft.

00:00:35: Also klar wenn du sie jetzt so sagst und stellst ja aber irgendwie im Alltag denke ich da kaum dran.

00:00:43: Wir nehmen also diesen Frieden und auch den Euro und alles was wir haben heutzutage als selbstverständlich hin.

00:00:49: Aber das war natürlich ein hartes Stück Arbeit von echten Visionären.

00:00:53: und heute schauen wir uns zwei Männer an, die man quasi als die Väter der EU bezeichnen kann.

00:01:00: Wir reden heute nämlich über Robert Schumann und Jean Moni.

00:01:03: Ja ich freue mich riesig.

00:01:04: bevor wir nämlich zu den beiden kommen lasst uns doch gerne nochmal den zeitlichen Rahmen abstecken.

00:01:09: wie verlief die Gründung der EU eigentlich ganz genau?

00:01:13: ja also dieser Startschuss der war eigentlich aus dem Not geboren.

00:01:18: Nach dem Zweiten Weltkrieg war Europa zerstört.

00:01:22: Die Menschen, wir wissen es alle, hatten Hunger und Leid in keine Häuser mehr.

00:01:27: Alles war irgendwie zerstörtert.

00:01:29: Die Felder zum Anbauen, Familien waren zerrissen.

00:01:32: Und das herrscht natürlich auch ein großes Misstrauen zwischen den Ländern!

00:01:35: Also war das Hauptmotiv erst einmal Frieden?

00:01:39: Ja, also man wollte verhindern dass Deutschland und Frankreich jemals wieder einen Krieg gegeneinander führen.

00:01:45: Und da gab es natürlich ein paar wichtige Stationen die wir dafür überhaupt durchgegangen sind.

00:01:49: Wenn wir jetzt mal ein bisschen auch in der Zeit springt, fangen wir an mit dem neunten Mai.

00:01:54: Das ist so das wichtigste Datum.

00:01:56: Da hielt Robert Schumann seine berühmte Rede, auch die Schumanentlehrung Und das gilt heute als die Geburtstunde der Europäischen Union und deshalb feiern wir da auch am neunten Mal den Europatag.

00:02:09: Dann gab es natürlich wenig später die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle- und Stahl, kurz EGKS.

00:02:15: Das waren sechs Länder Deutschland Frankreich Italien.

00:02:18: Wir hatten auch die Bienenlucksstaaten dabei also Belgien Niederlande Luxemburg.

00:02:22: Habt ihr alles schon mal gehört?

00:02:24: Wir hatten diese Folgen schonmal aber wir gehen jetzt nochmal im Schnelldurchlauf mit euch durch.

00:02:28: Ersten Januar, da entstand die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft kurz EWG und die europäische Atomgemeinsschaft.

00:02:38: Da gab es dann so die erste große Erweiterung, also Länder wie Dänemark, Öland oder auch das Vereinigte Königreich, die kamen dazu Gab es schon so ein Malenstein für die Demokratie, also dieses europäische Parlament.

00:02:51: Das wird zum ersten mal direkt auch von den Bürgern gewählt.

00:02:54: In three ninety gab es dann den Vertrag vom Maastricht.

00:02:58: ab jetzt heißt das offiziell Europäische Union sowie wie wir es heute auch kennen hier wurden dann auch die Grundlagen für den Euro und auch die engere Zusammenarbeit in der Politik gelegt.

00:03:08: In zwei tausendzwei wurde der Euro dann in vielen Ländern als Bargeld eingeführt.

00:03:12: da kann ich mich auch noch gut daran erinnern.

00:03:13: dabei auch ein kleiner Puppa.

00:03:17: Und zum Beispiel der Vertrag von Lissabon, der macht die EU ein bisschen moderner und gibt den Parlament mehr Macht.

00:03:24: Also immer und immer so weiter.

00:03:26: Wir könnten das natürlich noch ein bisschen expliziter durchgehen.

00:03:29: Zum Beispiel jetzt seit Anfang dieses Jahres hat Bulgarien auch den Euro.

00:03:33: oder welche Länder sind noch dazu gekommen?

00:03:34: Oder auch wieder ausgetreten?

00:03:36: aber wir wollen es jetzt nur kurz mal an schneiden.

00:03:40: Ja, wow!

00:03:41: Das ist eine ganz schön lange Reise von Kohle und Stahl bis hin zum Euro-Taler in meinem Portemonnaie.

00:03:48: Aber wer waren die Köpfe dahinter?

00:03:50: Fangen wir doch mal mit Jean Monnet an.

00:03:52: Ja, Jean Monnets ist auch wirklich eine faszinierende Persönlichkeit.

00:03:56: Er wurde in Konjak, also in einer französischen Kleinstadt geboren Und nein er war kein klassischer Politiker sondern eher ein Wirtschaftsberater und Koordinator.

00:04:08: Ach, er kam also aus der Wirtschaft?

00:04:10: Genau.

00:04:10: Also seine Familie handelte auch mit Cognac.

00:04:13: Er war schon jung oder in jungen Jahren viel in der Welt unterwegs In den USA und England zum Beispiel Und das hat ihm dann auch gezeigt dass die Länder zusammenarbeiten müssen um eben erfolgreich zu sein.

00:04:24: Was hatte er im Krieg gemacht?

00:04:25: Ja, er war ein Genie in der Organisation.

00:04:28: Schon im Ersten Weltkrieg half er den Nachschub zwischen Frankreich und England zu koordinieren.

00:04:34: Später im Zweiten Weltkrig schickte ihn die britische Regierung in die USA um die Waffenproduktion für die Alliierten zu überwachen und sogar der US-Präsident Wusswald, der war von ihm beeindruckt.

00:04:45: Er war also einen Mann der Praxis?

00:04:47: Okay!

00:04:48: Aber was war seine Vision für Europa?

00:04:51: Ja, im Jahr nineteenhundradvierzig erkannte er im Exil in Algier etwas Entscheidendes.

00:04:58: Er sagte es wird kein Frieden in Europa geben wenn der Wiederaufbau der Staaten auf den nationalen Souveränität beruht.

00:05:06: das bedeutet einfach wenn jedes Land nur an sich denkt dann kracht es halt wieder.

00:05:11: Er sagt auch die europäischen Länder seinen Einzelnen zu klein um ihren Bürgern auch Ölstand zu garantieren.

00:05:17: Das klingt alles schon sehr modern.

00:05:20: Aber er war eher der Mann im Hintergrund, richtig?

00:05:23: Richtig!

00:05:23: Also er entwarf den Plan für die Zusammenlegung der Kohle- und Stallindustrie.

00:05:28: Er wusste aber dass er einen starken Politiker braucht, der das ja der Welt dann auch verkauft und diesen Partner fand er eben in Robert Schumann.

00:05:36: Robert Schuman man nennt ihn den Architekten des europäischen Einigungswerkes.

00:05:41: Erzähl uns bitte von ihm.

00:05:43: Amelie

00:05:44: Robert Schumann wurde in Luchsenburg in den letzten Jahren geboren.

00:05:49: Er wurde als deutscher Staatsbürger geboren, weil sein Vater aus Lotring stammte.

00:05:54: Er sprach fließend Deutsch und Französisch.

00:05:56: Und er kam erst im Jahr zehnt neunzehn als Lotring wieder zu Frankreich, wo er ein französischer Staatsbürgern war.

00:06:02: Er kannte also beide Seiten perfekt.

00:06:04: Das ist ja im Prinzip die ideale Voraussetzung für eine Versöhnung.

00:06:08: Absolut!

00:06:09: Er studierte auch Jura in Deutschland, in Bonn, München und Berlin aber auch in Strasburg.

00:06:14: Er war auch tief religiös was ihn auch in seinem Streben nach Frieden antrieb.

00:06:19: und im Zweiten Weltkrieg wurde er sogar von der Gestapo verhaftet weil er Widerstand leistete.

00:06:24: Er saß am Gefängnis?

00:06:25: Ja, aber er konnte fliehen.

00:06:27: Er versteckte sich als Bergwanderer, verkleidet in Klöstern.

00:06:32: im Krieg Hasspredigten träumte Schumann bereits von einer deutsch-französischen Union, um das ja Morden halt auch für immer zu beenden.

00:06:39: Okay und nach dem Krieg wurde er dann Außenminister von Frankreich?

00:06:43: Genau in dieser Rolle erhielt er denn auch diese ganzen Pläne von Giormonee.

00:06:47: und am neunten Mai, da hielt er die Rede seines Lebens und schlug vor die gesamte Produktionen von Kohle und Stahl also genau das was man eben für Panzer und Waffen auch braucht eine gemeinsame Behörde zu unterstellen.

00:07:01: Und warum feiern wir Schumann und Monet heute noch so?

00:07:04: Was macht Ihre Idee so

00:07:05: genial?".

00:07:06: Ja, es ist die Methode.

00:07:08: Man nennt sie auch die Monet-Methode.

00:07:11: Sie wussten – man kann nicht einfach sagen ab morgen haben wir uns alle lieb und sind ein Land.

00:07:16: Schummann sagte auch, Europa lässt sich nicht mit einem Schlag herstellen.

00:07:20: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.

00:07:25: Solidarité der Tat!

00:07:27: Das heißt, man arbeitet erst einmal praktisch zusammen Und das Vertrauen wächst dann von selbst?

00:07:33: Ja, ganz genau.

00:07:34: Also indem man die Kontrollen über die kriegswichtigen Industrien teilte wurde ein Krieg zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur undenkbar sondern faktisch halt auch unmöglich.

00:07:43: wer keine alleine gemacht über seinen Stahl hat der kann halt eben keine Panzer bauen und ja halt auch nicht ohne dass es Nachbarn auch merkt

00:07:51: Okay, das war also der Grundstein für den Frieden.

00:07:54: Und gingen es doch vielleicht auch im Wohlstand oder?

00:07:57: Ja natürlich!

00:07:58: Also Moneva überzeugt dass Europa nur als Einheit mit den USA oder der ja Sowjetunion mithalten könnte und so wurde halt auch der Binnenmarkt in dem wir heute halt ohne Zölle handeln können.

00:08:11: Schumann war später sogar der erste Präsident des neuen Europaparlaments im Jahre.

00:08:18: Er wollte, dass Europa eine Seele bekommt.

00:08:21: Und Monet wurde in nineteen sieben und sechzig auch offiziell zum Ehrenbürger Europas ernannt also eine Ehre die bisher irgendwie kaum jemanden zuteil wurde und beide Männer haben uns gezeigt das man aus Ruinen etwas völlig Neues bauen kann wenn man halt eben mutig genug ist ein Stück der eigene Macht abzugeben.

00:08:40: Was für eine inspirierende Geschichte von Jomini, dem Planer im Hintergrund und Robert Schumann.

00:08:45: Dem mutigen Gesicht an der Front!

00:08:47: Ohne sie sehe unser Leben heute ganz anders aus?

00:08:50: Ja das stimmt es lohnt sich ab und an auch mal oder ab und zu mal in diese Pioniere auch zu denken wenn wir heute irgendwie ganz einfach über Grenzen reisen.

00:09:00: Aber das möchte ich auch gesagt haben dazu, es gibt natürlich noch ein paar mehr Pioniere der EU und falls ihr Lust habt können wir uns auch mal ein paar andere auch noch ein bisschen genauer anschauen.

00:09:11: Ja vielen Dank Amelie für diesen ausführlichen Einblick und danke an euch fürs Zuhören bei Götter Funken!

00:09:18: Wir sehen beziehungsweise hören uns beim nächsten Mal.

00:09:22: und wen möchtest du an der Stelle grüßen?

00:09:27: Ich grüße Franzi, die gerade ein paar Meter weiter fleißig am Laptop sitzt und arbeitet wenn wir hier aufnehmen.

00:09:34: Weil schauen ob sie reinhört in den Podcasts sondern die Grüße hört wie sie mitkriegen.

00:09:39: Ja ich grüß meine Freundin Steffi die so gerne reißt und sich bestimmt darüber freut dass man innerhalb der EU viel einfacher verreisen kann als das vielleicht früher der Fall war.

00:09:50: Ansonsten wie sonst auch immer nochmal der Aufruf oder ja die Idee an euch, dass ihr auch bei uns einmal vorbeischauen könnt auf unserer Website oder Social Media auf unseren verschiedenen Kanälen.

00:10:02: Sei es YouTube Instagram LinkedIn sind wir auch informieren wir immer noch mal zu aktuellen Veranstaltungen, die wir haben.

00:10:13: schaut da gerne vorbei.

00:10:14: ansonsten könnt ihr auch immer gerne mal zu uns vorbeikommen auch ins Haus Europa und auch mit uns in das Gespräch kommen.

00:10:21: Wir haben auch tatsächlich so eine kleine Lektüre zu den Pionieren der EU.

00:10:25: Kann man sich auch mal gerne mitnehmen und durchlesen, ist wirklich sehr spannend!

00:10:30: Ja, dann würde ich sagen tschüss und bleibt europäisch!

00:10:33: Bis dahin tschüß.

Über diesen Podcast

Mit unserem Podcast „Götterfunken“ bekommst Du die Lauschfrequenz für europapolitische Ohren. Neu haben wir unser Format „Europa erklärt“. Hier findest du das nötige Grundwissen für ein gutes Verständnis der europäischen Institutionen und Organe. Alles was es braucht um die Europäische Union besser zu verstehen!
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von und mit Team des EIZ Rostock

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