00:00:02: Hallo und herzlich willkommen mal wieder hier zu einer neuen Folge Götterfunkten der Deutschland-Kinz für europapolitische Ohren.
00:00:08: Und wer sollte anderes dabei sein als Jen?
00:00:12: Hello, hello!
00:00:13: Ich freu mich.
00:00:14: Ich bin auch wieder da bei
00:00:15: Amelie.
00:00:16: Ja.
00:00:18: Jen frage mal wieder ganz direkt wenn du so an Ost und Westeuropa denkst oder wenn du das hörst was kommt dir da als erstes in den Sinn?
00:00:26: Oh eine gute Frage.
00:00:28: also einiges.
00:00:30: ich glaube und denkt dann auch direkt an geschichtliches, also Denkalken Krieg die Berliner Mauer daran dass Europa früher in zwei Blöcke geteilt war aber irgendwie auch an die politischen Unterschiede über die man heute noch ständig in den Nachrichten hört.
00:00:45: Und wie ist das bei dir?
00:00:47: Ähnlich, also der kalte Krieg kommt mir irgendwie auch direkt in den Sinn.
00:00:50: Aber eben auch Länder wie Polen und Ungarn und die Diskussion darüber, die es innerhalb der EU immer wieder gibt halt auch.
00:00:58: Also gerade bei Themen wie Migration Russland oder Demokratie hat man manchmal das Gefühl dass Ost- und Westziemische unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie Europa am Ende funktionieren sollte.
00:01:09: Ja genau, Thema Werte ist mir auch noch eingefallen.
00:01:12: Das ist auch ein ganz großer Punkt, der mir direkt an den Kopf schießt wenn ich das höre Und wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es ja auch schon ziemlich pauschal.
00:01:20: Einfach so von Ost und West zu sprechen.
00:01:23: Polen ist ja nicht Ungarn – und auch innerhalb Westeuropas sind sich ja nicht alle Länder einig!
00:01:29: Ja, ganz genau.
00:01:30: und trotzdem kommt diese Einteilung nicht einfach aus dem Nichts.
00:01:33: Also hat halt irgendwie auch viel mehr mit dieser ganzen europäischen Geschichte zu tun.
00:01:37: also nach den Zweiten Weltkrieg wurde Europa im Zuge des kalten Krieges politisch geteilt werden sich in Westeuropa die ersten Gemeinschaften entwickelten aus denen dann später die EU-Stand entstand.
00:01:49: Wir standen viele Länder, Mittel- und Osteuropas weiter unter sowjetischen Einfluss.
00:01:54: Ja, das hat die Länder über Jahrzehnte geprägt und ist ja jetzt auch gerade wieder ein großes Thema.
00:01:59: Und genau deshalb fragen wir uns heute, ist die EU tatsächlich zwischen Ost und West gespalten oder greifen wir mit dieser Einteilung irgendwie zu kurz?
00:02:08: Also welche Rolle spielt die Geschichte dabei wie die Länder heute miteinander umgehen?
00:02:14: Dafür müssen wir erst einmal verstehen, wie diese Teilung überhaupt entstanden ist und was sie für die Länder bedeutet hat.
00:02:19: Also ganz beim Anfang, beim Ende des Zweiten Weltkrieges und der Frage, wie aus einem gemeinsamen Kontinent zwei unterschiedliche politische Welten wurden Da fangen wir am besten aus der zweiten Weltkrieg an.
00:02:33: Große Teile Europas sind zerstört, Millionen Menschen sind irgendwie gestorben oder vertrieben worden und für viele Politikerinnen stellt sich da so eine entscheidende Frage also wie verhindert man dass Europa noch einmal in einen solchen Krieg gerät?
00:02:47: Ja genau und vor allem zwischen Frankreich und Deutschland gab es ja auch so eine zentrale Frage.
00:02:52: Die beiden waren immer wieder über Jahrzehnte in Konflikte verwickelt, eine Idee dabei war deshalb wichtige Wirtschaftsbereiche gemeinsam zu organisieren damit ein neuer Krieg nicht nur politisch sondern auch wirtschaftlich viel schwieriger würde
00:03:07: Genau.
00:03:07: Und die Geschichte haben wir euch jetzt schon ganz, ganz oft erzählt.
00:03:10: Also, ne?
00:03:11: Also, nonzenfünfzig Robert Schumann mit seinem Plan und dann, nonzeneinfünftig Gründeten Frankreich Westdeutschland Italien-Belgen in den Niederlande Luxemburg Die europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
00:03:25: Ja, ich mein Kohle-und-Stahl das klingt jetzt erst mal nicht so besonders spannend aber Das waren ja einfach auch die Rohstoffe die ganz wichtig war für die Industrialisierung allgemein Industrie Rüstungsproduktionen.
00:03:37: das war ganz wichtig Und die Idee war die Ressourcen gemeinsam zu verwalten und somit auch die Zusammenarbeit zu stärken.
00:03:45: Ja und dass halt auch keiner irgendwie im Alleingang wieder aufrissen könnte.
00:03:50: Da folgten dann ein paar Jahre später, im Jahr nineteen-fünfzig auch die römischen Verträge mit denen unter anderem die europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet wurde und daraus entwickelt sich ja in schrittweise die heutige EU so wie wir sie kennen.
00:04:04: Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt.
00:04:06: Diese europäisch Integration fand zunächst vor allem in Westeuropa statt.
00:04:10: Im Osten entwickelte sich diese Situation ein bisschen anders?
00:04:14: Ja, also die Sowjetunion hatte nach dem Krieg halt einen großen Einfluss auf viele mittel- und osteuropäische Länder.
00:04:20: Und dort entstanden dann so kommunistische Einparteinsysteme und die politische sowie auch die wirtschaftliche Entwicklung, die für die fällt anders als in den westlichen Staaten.
00:04:30: Genau!
00:04:31: Und von der Zeit wurde mit dem Rat für die gegenseitige Wirtschaftshilfe – dem sogenannten RGW – eine eigene wirtschaftlich Zusammenarbeit des Ostblocks organisiert.
00:04:42: Von der Zeit bis zu der Warschauer-Pakt folgte der Warrschauer-Park als militärisches Bündnis unter Führung der Sowjetunion.
00:04:49: Also zeigt auch deutlich, Europa hatte irgendwie nicht nur unterschiedliche Wirtschaftssysteme sondern eben auch unterschiedliche politische und auch militärische Bündnisse.
00:04:59: Ja,
00:05:00: und die Teilung war für die Menschen ganz konkret.
00:05:02: Es ging um Reisefreiheit, politische Rechte, die Möglichkeit, die eigene Regierung zu wählen und darum welche wirtschaftlichen Chancen mann auch hatte?
00:05:10: Da fragt man sich ja auch wie einfach es ist so wieder zusammenzufinden wenn zwei Teile Europas über Jahrzehnte dann doch in völlig unterschiedliche politische Systeme zusammengelebt haben.
00:05:23: Ja, das ist echt schwierig und ich meine es gab andere Schulsysteme, Geschichtsbilder ganz andere wirtschaftliche Voraussetzungen.
00:05:30: Auch die Erfahrung mit staatlicher Kontrolle unterschied sich enorm zu den anderen.
00:05:35: Vor allem auch wenn man so in diese Vorstellung von Freiheit und auch Sicherheit denkt kann ich mir vorstellen dass es gar nicht so einfach war.
00:05:44: also auf dem Papier hatte man irgendwie gemeinsame Werte aber natürlich ganz andere Alltagserfahrung?
00:05:50: Ja, auf jeden Fall und man sieht es ja auch jetzt immer noch.
00:05:53: Europa ist an sich theoretisch ein guter Plan aber in der Umsetzung halt einfach super schwierig.
00:06:00: haben wir auch schon bisschen was drüber erzählt.
00:06:03: Aber glaubst du dass man solche Unterschiede nach zehn oder zwanzig Jahren noch überwinden kann?
00:06:09: Ja, kann man!
00:06:11: Aber das braucht Zeit würde ich sagen.
00:06:14: Und Konstanzen, also Konstanten meine ich.
00:06:18: Weil es ja auch immer wieder alle fünf Jahre und dann dies und hin und her... Man kommt halt nicht auf so eine Leitlinie und das ist schwierig.
00:06:26: Dadurch kann sich meiner Meinung nach auch nicht schnell genug entwickeln wie wir es zum Beispiel in China sehen oder?
00:06:33: Das
00:06:33: sind ja auch gesellschaftliche Einstellungen, die da auch noch Rolle mitspielen.
00:06:37: aber Ja doch, ich würde schon sagen kann überwunden werden.
00:06:42: Aber das braucht halt Zeit
00:06:45: und gute Politiker.
00:06:47: Genau wenn wir aber auch über die Geschichte aus Europa sprechen dürfen wir aber nicht so tun als hätten alle Menschen irgendwie einfach akzeptiert dass sie regiert wurden.
00:06:56: Absolut!
00:06:57: Das gab ja immer wieder Proteste und Bewegungen die mehr Freiheit und politische Selbstbestimmung wollten.
00:07:02: nehmen mal das Beispiel jetzt gerade die jüngsten Ausschreitungen und Konflikte in Frankreich, wo die Kids auf die Straße gehen.
00:07:11: Da hatte man natürlich Vorfeld auch schon immer mal in den früheren Jahren.
00:07:15: So ein Beispiel ist halt auch der ungarische Volksaufstand von, ja, neunzehn, sechsundfünfzig.
00:07:21: Dagegen die Menschen eben gegen die kommunistische Führung und den sowjetischen Einfluss auf die Straße.
00:07:28: Und diese Wettunion stucke halt den Aufstand militärisch nieder, ne?
00:07:31: Ninzehn
00:07:31: achtundsechzig gab es ja auch den Prager Frühling in der damaligen Tschecheslovakai.
00:07:37: Da haben wir jetzt ja auch eine ganz interessante Regierung wie man weiß Und die politische Führung wollte da zu dem Zeitpunkt Reformen umsetzen und mehr Freiheiten ermöglichen.
00:07:47: Truppen des Waschauer-Pakts beendeten dann die Entwicklung gewaltsam auch,
00:07:50: ja?
00:07:50: Ja!
00:07:51: Und in Polen entstand ja auch, dass die Gewerkschaft Solidarnosch also begann mit Streiks in Danzig.
00:07:58: Und entwickelte sich auch wirklich zu einer wichtigen Bewegung für Arbeitnehmerrechte und politische Veränderungen.
00:08:04: Genau!
00:08:04: Die polnische Regierung verhängt der oneinzehnhunderteinundachtzig das Kriegsrecht und ging dann auch gegen die Opposition vor.
00:08:11: Trotzdem verschwand aber die Bewegung nicht, sie wurde zu einem wichtigen Teil des Widerstands gegen das kommunistische System.
00:08:19: Und gerade das ist halt auch wichtig weil wir bei der Geschichte des Ostens nicht nur über die sowjetische Machtpolitik sprechen sollten.
00:08:26: also wir müssen da auch über die Menschen sprechen die sich dagegen gewährt haben.
00:08:30: Absolut richtig.
00:08:31: Die demokratischen Veränderungen ab neunzehnhundertneinundachtzig, die kamen ja nicht einfach so aus dem Nichts.
00:08:37: Sie hatten eine lange Vorgeschichte aus Protest- und gesellschaftlichem Widerstand um politische Reformversuchen.
00:08:42: Das ist aber auch irgendwo bewunderndenswert.
00:08:44: also was meinst du?
00:08:46: Wie viel Mut braucht es dann sich gegen ein politisches System zu stellen in dem offene Kritik wirklich sehr gefährlich sein kann?
00:08:54: Viel Mut auf jeden Fall und selbst im System finde ich auch, wo es nicht gefährlich ist.
00:09:00: Da braucht es allein schon einfach mal Fleiß und überhaupt den Willen was zu tun.
00:09:06: Und auch Bildung politische Bildung die ist auch ganz wichtig wie unsere Chefin das ja auch immer wieder sagt.
00:09:13: Bildung Bildung
00:09:14: wenn ich voll ihrer Meinung und dass ist halt echt schwierig Solidarität mit anderen, die Frage ob Protest überhaupt etwas bewirken kann.
00:09:24: Das macht schon den Unterschied zwischen persönlichem Risiko und politischer Verantwortung?
00:09:29: Ja es ist auch irgendwie schon komisch.
00:09:30: also ich überlege manchmal schon ob ich einen Kommentar unter einem politischen Post schreibe aber damals konnte offener Protest dann eben halt ganz andere Konsequenzen haben.
00:09:40: Du Amelie!
00:09:41: Ich habe ein... Also haben natürlich viele ne?
00:09:43: Ich hab ein Fake-Account
00:09:45: ja
00:09:46: das
00:09:46: weiß ich doch
00:09:47: mit dem ich nicht nur Leute stalke, also falsch verstehe nicht, steh nicht irgendwo im Buch und beobachte euch.
00:09:53: Also
00:09:54: keiner hier?
00:09:54: Wir haben schon mehrmals mal gesagt, wir listenen wieder und judgeen, keiner kann sich davon freisprechen.
00:09:58: Richtig so!
00:09:59: Ich habe
00:10:00: halt auch einen Account und immer wenn ich dann über meinen richtigen Account politische Reals oder Beiträge sehe schicke ich die meine Fake-Account Und mit dem reagiere ich dann oder zumindest versuche ich meine Algorithmus ein bisschen dahingehend und tatsächlich auch manchmal mit dem Horror Gedanken, wer weiß was für eine Regierung es hier irgendwann geben wird.
00:10:21: Welchen Überwachungsstaat wir vielleicht... Sorry dass ich da ein bisschen apokalyptisch bin!
00:10:25: Aber ja, ich habe da auch schon meine Gedanken zugabt und dachte mir lieber so eine Kompolite dann wahrscheinlich auch rausfinden.
00:10:32: Dass wir alle Accounts gehören.
00:10:35: Bin ich sowieso gecancelt aber davon gehen wir nicht aus alles wird gut.
00:10:39: Ja es wird gut.
00:10:40: deswegen Und bis heute halt leider noch.
00:10:44: in vielen Ländern ist das noch so?
00:10:46: Das ist vielleicht ein Thema für einen anderen Tag würde ich sagen
00:10:50: Dann erfahren wir mehr zu Jens Fake-Account auch.
00:10:54: Ja, dann zeige ich euch den mal vielleicht.
00:10:56: Genau.
00:10:57: Kommen wir aber mal zu was Anderem?
00:11:00: Zu einem der bekanntesten Ereignisse der europäischen Geschichte dem Falle der Berliner Mauer am neunten November neunzehnundachtzig
00:11:07: genau.
00:11:08: in der DDR hat nämlich zuvor immer mehr Menschen protestiert.
00:11:13: Viele wollten politische Freiheit, Reisefreiheit und Veränderung.
00:11:17: Und gleichzeitig gerieten aber auch andere kommunistische Regierungen in Mittel- und Osteuropa unter Druck.
00:11:24: In Polen und Ungarn gab es eben politische Reform.
00:11:28: Und in der DDR wurden die Proteste immer größer, ne?
00:11:32: Als die Berliner Mauer stets sich geöffnet wurde, wurde das zum Symbol für das Ende der europäischen Teilung.
00:11:38: Am dritten Oktober, ihr wisst es vielleicht noch aus unseren Folgen zuvor, wurde Deutschland wiedervereinigt, aber die Veränderung ging weit über Deutschland hinaus.
00:11:49: Viele Staaten in Mittel- und Osteuropa begannen ihre politischen Systeme umzubauen und sich wirtschaftlich auch neu auszurichten tatsächlich.
00:11:57: Was ich dabei aber auch spannend finde der Fall der Mauer war ja ein historischer Moment Aber die Unterschiede, die waren natürlich nicht einfach dann auch weg.
00:12:06: Also die Mauer weg aber die Unterschiedte das geht ja nicht gleich von heute auf morgen.
00:12:09: Die Länder mussten ihre Wirtschaftssysteme verändern neue demokratische Institutionen aufbauen und sich international neu orientieren.
00:12:17: Das war auf jeden Fall ein riesiger Umbruch
00:12:19: Und es gab auch schwierige Zeiten.
00:12:21: also gerade dieser Übergang zur Marktwirtschaft führt in manchen Regionen zu Betriebsschließungen Arbeitslosigkeit oder auch zu wirklich großen sozialen Veränderungen.
00:12:32: Und das betraf natürlich auch vor allem Ostdeutschland.
00:12:35: Ja, absolut!
00:12:36: Es ist halt alles nicht so einfach gerade wenn man es irgendwie jedem recht machen will.
00:12:40: und deshalb ist es auch zu einfach nur zu sagen die Mauer viel und danach war alles schön.
00:12:46: Nee für viele Menschen bedeutete diese Zeit auch neue Chancen für andere aber auch totale Unsicherheit und den Verlust vertrauter Lebensverhältnisse.
00:12:53: ich kann mich da noch Gut an die Worte meiner Oma und meiner Mutter und einiger Leute erinnern, die dann auch gerne mal sagten damals im Osten war alles viel schöner und sicherer.
00:13:04: Da gab es auch gute Sachen.
00:13:06: ich sage nur Beispiel Schulsystem in der DDR aber das wäre auch wieder ein anderes Thema
00:13:11: Aber vielleicht immer ein spannendes Thema.
00:13:13: Vielleicht sollten wir uns das mal für die nächsten Folgen auch mal aufschreiben, würde
00:13:18: ich sagen lasst uns das Mal bitte rot markieren.
00:13:21: Schulsystem ja gerne
00:13:23: wirklich mal eine interessante Folge glaube ich.
00:13:25: da könnte man viel zu sagen.
00:13:27: zurück zum thema aber wieder also wenn du auch hier sprees neue chancen aber auch unsicherheit und sowas.
00:13:34: für viele Mittel- und osteuropäische Staaten wurde ja auch der EU-Beitritt zu einem langfristigen politischen Ziel dann.
00:13:42: Also sie wollten da nicht nur wirtschaftlich dazu gehören, sondern auch ihre Demokratie absichern und auch ihre Zukunft selbst bestimmen.
00:13:48: Würdest du jetzt so sagen dass man die Unterschiede zwischen Ost und Westdeutschland heute noch mit den Erfahrungen von damals erklären kann?
00:13:56: Ja wie schon gesagt ich glaube wir hatten das auch schon mal.
00:14:01: Ich weiß auf jeden Fall, dass es immer noch Unterschiede gibt zwischen Ost und Westdeutschland.
00:14:05: Naja schon allein immer dieses also als wir jetzt die Landtagswahlen hatten so ne?
00:14:10: Also ich habe ja DDR gar nicht mehr miterlebt.
00:14:13: aber als wir Landtagswahlen hatten gerade jetzt nach Sachsen-Anhalt und dann waren wir hier in einem V dran.
00:14:19: und dann sind wir wieder bei denen politischen Posts und den Kommentaren auf Social Media.
00:14:24: Da haben ganz viele geschrieben, ja sie werden wieder für eine Teilung und Ostdeutschland und hier und da und soll wieder ein Bauer aufgebaut werden und so was.
00:14:31: solche Kommentare habe ich ganz oft gelegen.
00:14:32: Das ist krass!
00:14:33: Da bin ich total anderer Meinung ne?
00:14:35: Ich glaube nicht nur Ost- und West-, ich glaube Gesamtglobal ist es wichtig dass die gesamte Menschheit zusammenhält und nicht nur irgendwelche Teile.
00:14:44: das wäre natürlich die Idealvorstellung
00:14:47: aber auch so.
00:14:50: Da hatten wir uns auch schon drüber unterhalten öfter.
00:14:52: Und mein Vater hat das früher gemacht, der dann gesagt hat, fünf Euro, das wären zehn Mark oder sowas... Genau!
00:14:59: Meine Oma macht das heute noch.
00:15:02: Also meine Mutter hat es auch eine Zeit lang gemacht aber die hat das komplett abgelegt.
00:15:05: zum Glück weil ich fand dass immer so ein richtig nervig gesprochen und ich konnte den nicht machen.
00:15:08: Ich finde es frustrierend an einen Markt zu rechnen ne?
00:15:11: Weil die Zahlen einfach immer größer werden.
00:15:12: also sorry wenn irgendwann wieder in Brot eine Million Euro kostet.
00:15:17: Aber ich habe noch die D-Mark mit erlebt
00:15:20: Ich auch, ich auch.
00:15:21: Wie hab ich noch miterlebt?
00:15:22: Weiß ich habe jeden Freitag fünf Thema Taschengeld bekommen.
00:15:25: Damals noch so schön wir waren in Ungarn im Urlaub.
00:15:28: da durfte man aber schon freireisen, aber dann gab es den kleinen Geldbeutel und hab mich gefreut meine Fennige in Forren zu tauschen.
00:15:36: Jetzt bin ich sehr glücklich und stolz auf den Euro muss ich sagen.
00:15:40: Es ist super einfach, das ist viel einfacher.
00:15:45: zurück zum Thema.
00:15:48: gerade halt nach Jahr neunzehn und achtzig stellte sich dann für viele Staaten, Mittel- und Osteuropas auch die Frage wie es jetzt überhaupt weitergehen soll.
00:15:58: Also sie hatten sicher von dieser sowjetischen Vorherrschaft gelöst und wollten ihre politischen oder auch wirtschaftliche Zukunft auch neu gestalten.
00:16:07: Ja, und viele strebt ja auch eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an.
00:16:11: Und auch in der NATO.
00:16:12: Das sind allerdings nochmal zwei ganz unterschiedliche Organisationen mit unterschiedlichen Aufgaben aber meiner Meinung nach so wichtig und deswegen finde ich das so super schade dass wir da jetzt so viel Druck von außen und rechts gerade haben, dass eben solche Bündnisse und solche Organisationen und Institutionen dann schon wieder zerrütdet und zerrissen werden ist es einfach so wichtig dass wir zusammenhalten.
00:16:37: Ja, sagst du es, ne?
00:16:38: Also die NATO-Mitgliedschaft sollte vor allem so diese sicherheitspolitische Einbindung stärken und die EU-Versprachhaltszugang zum gemeinsamen Markt eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und auch die Möglichkeit eben bei europäischen Entscheidungen mitzureden.
00:16:52: Ja, richtig.
00:16:53: Und gleichzeitig mussten die Länder aber auch umfangreiche Veränderungen umsetzen, um EU-Mitglieder werden zu können.
00:16:59: Dazu gehörten ja unter anderem demokratische Institutionen eine funktionierende Marktwirtschaft beispielsweise und die Übernahme gemeinsamer europäischer Regeln – was ist hier auch sehr schwierig?
00:17:11: gestaltet immer und immer wieder.
00:17:13: Ja, und in three-neunzig wurde halt mit dem Vertrag vom Maastricht die Europäische Union geschaffen?
00:17:17: Stimmt ja!
00:17:18: Im selben Jahr startete der europäische Binnenmarkt mit den vier Freiheiten also freier Verkehr von warmen Personen diese Zeistung und auch Kapital.
00:17:27: Und das zeigt dass die EU nicht nur größer wurde sondern eben auch ihre Zusammenarbeit vertiefte und sie entwickelte sich vor allem von einer wirtschaftlichen Gemeinschaft zunehmend zu einer politischen Union.
00:17:39: Aber diese Entwicklung, die fällt nicht überall gleich.
00:17:42: Also die Umstellung der Wirtschaft, Privatisierung und auch neue internationale Konkurrenz, die waren für manche Regionen schon sehr schwierig?
00:17:49: Ja, während sich viele Staaten auf den EU-Beitritt vorbereiteten erlebte – der Balkan zum Beispiel in den neunzehnundetneunziger Jahren, den Zerfall Jugoslawiens, schwere Kriege
00:18:00: z.B.,
00:18:01: das ist ein ganz wichtiger Hinweis darauf, dass die politische Entwicklung in Europa nicht überall friedlich verlief!
00:18:09: Und dann kam trotz allem ein Datum für unser Thema besonders wichtig.
00:18:13: Der erste Mai, zwei Tausendvier.
00:18:17: Da war ich neun Jahre alt!
00:18:19: Ich habe das damals auch gar nicht so mitgekriegt.
00:18:21: Ja, ich war da schon bisschen älter aber das verrate ich euch nicht vielleicht in irgendeiner anderen Folge mal.
00:18:26: also ich sage auf jeden Fall ich hab den Mauerfall miterlebt.
00:18:29: Aber ja gut an dem Tag an dem ersten Mai, Da traten zehn neue Länder der EU bei, darunter Polen, Tschechien, Ungarn die Slowakai, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen.
00:18:42: Und außerdem kamen Zypern- und Malta hinzu.
00:18:45: Ja also die bis dahin größte Erweiterung der EU, die europäische Teilung des Kalten Krieges wurde damit institutionell ein gutes Stück überwunden und dann erfolgten im Jahr zwei tausend sieben.
00:18:57: schon Bulgarien und Rumänien.
00:19:01: Ja und für viele Menschen bedeutete das ganz konkret neue Möglichkeiten in andere Länder reisen zu können, studieren arbeiten, Unternehmen gründen.
00:19:12: Aber der Markt, der gemeinsame Markt veränderte sich gleichzeitig auch also Unternehmen konnten neue Standorte erschließen Lieferketten wurden enger und die wirtschaftliche Verpflichtungen nahmen ja auch zu.
00:19:24: Ja, aber es gab auch Sorgen.
00:19:25: Manche Menschen in älteren Mitgliedstaaten, die befürchteten mehr Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt – verständlich!
00:19:31: In den neuen Mitgliedsstaaten wiederum waren die Erwartungen an steigenden Wohlstand und besseren Lebensbedingungen teilweise sehr hoch.
00:19:39: Und wenn Erwartung nicht sofort erfüllt werden, dann entsteht Enttäuschung?
00:19:44: Die U-Mitgliedschaft schafft Möglichkeiten, aber sie löst nicht automatisch alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme.
00:19:50: Und hinzu kommt das neue Mitglieder, die mussten ja nicht nur am Binnenmarkt teilnehmen sondern auch die gemeinsamen Regeln und Werte der EU anerkennen.
00:19:58: Da stellt sich dann die Frage wie gut sich die Zusammenarbeit mit deutlich mehr Mitgliedstaaten organisieren lässt?
00:20:05: Also wenn wir heute so auf die EU schauen, dann erwarten wir ja oft dass die siebenundzwanzig Länder relativ schnell auch gemeinsame Entscheidungen treffen.
00:20:15: Aber ist das überhaupt so realistisch?
00:20:17: Ja, die Frage impliziert schon die Antwort.
00:20:20: Das ist unheimlich schwierig und gerade wenn wir das jetzt auch am Beispiel der Ukraine sehen wie oft da irgendwie einer sich quer stellt.
00:20:27: Jetzt haben wir Ungarn wieder in Anführungszeichen zurückgeworden.
00:20:31: Es stellt sich Tschechien quer also unheimlisch schwer.
00:20:34: Ja, man könnte ja denken das mit der EU-Erweiterung auch die europäische Teilung überwunden war.
00:20:40: Aber es gab ja auch in den Jahren danach immer wieder neue Krisen und die haben ja auch wieder gezeigt wie unterschiedlich die Mitgliedsstaaten dann wirklich auf Probleme reagieren?
00:20:50: Ein Beispiel ist die Finanz- und Eurokrise ab dem Jahr zwei Tausend acht.
00:20:54: Die traf die Länder unterschiedlich stark und führte zu Konflikten darüber wie viel Solidarität es geben sollte und welche wirtschaftspolitischen Regeln überhaupt gelten sollten.
00:21:04: Ja, und das war halt auch nicht so ein einfacher Ost-Westkonflikt.
00:21:08: Also auch innerhalb Besteuropas gab es da große Meinungsverschiedenheiten aber die Krise zeigte halt dass eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Markt eben nicht automatisch bedeuten, dass alle Länder dieselben wirtschaftlichen Interessen haben.
00:21:22: Und dann kam ja auch aus dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn noch die Flucht und Migrationsbewegungen nach Europa.
00:21:26: Wir schaffen das!
00:21:27: Die Mitgliedsstaaten stritten darüber wie Schutzsuchende aufgenommen und wie Verantwortung verteilt werden soll.
00:21:34: Ja, und ja einige Regierungen unterstützen halt gemeinsame europäische Lösungen.
00:21:38: Und andere lehnten bestimmte Verteilungsmodelle halt ab!
00:21:41: Gerade auch in Mittel- und Osteuropa spielte da die nationale Entscheidungsfreiheit in dieser Debatte eine wirklich sehr große Rolle
00:21:48: Und parallel gab es Konflikte über Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit von Institutionen.
00:21:54: Gerade die Entwicklungen in Ungarn und Polen wurden auf EU-Ebene intensiv diskutiert, dabei unterschieden sich die politischen Situationen in den beiden Ländern und veränderten sich auch im Laufe der Zeit.
00:22:06: Und das ist wichtig.
00:22:07: also man kann nicht einfach sagen dass ganz Osteuropa gegen die EU arbeitet.
00:22:12: Es gibt halt Unterschiede zwischen den Ländern und auch innerhalb einzelner Länder gibt es irgendwie verschiedene politische Position.
00:22:18: Ja, und vielmehr zeigen diese Krisen das die Mitgliedstaaten unterschiedliche Vorstellungen davon haben.
00:22:24: Wie weit europäische Zusammenarbeit gehen sollte?
00:22:26: Und wo dann nationale Entscheidungen vorrang haben.
00:22:30: Und dann kam der... Du hast es schon auch erwähnt gehabt Vorher der russische Großangriff auf die Ukraine, am April und Februar.
00:22:40: Und der Krieg hat die europäische Sicherheitsdebatte ganz stark verändert.
00:22:45: Viele Länder an der östlichen EU-Grenze hatten schon lange vor dem Angriff von der rossischen Politik gewarnt und auf die Bedeutung militärischer Abschreckungen hingewiesen.
00:22:54: Ja, für Polen und die Baltischen Staaten war die Frage der Sicherheit besonders unmittelbar.
00:22:58: also andere Länder mussten ihre bisherigen Einschätzung und ihre Abhängigkeiten beispielsweise im Energiebereich ebenfalls neu bewerten.
00:23:05: Trotzdem verlief die Reaktion nicht einfach entlang einer Ost- und Westlinie.
00:23:10: viele EU-Staaten unterstützen Sanktionen gegen Russland und die Ukraine während einzelne Regierungen bei bestimmten Maßnahmen Vorbehalte äußerten oder andere Positionen vertreten.
00:23:19: wie wir es schon gesagt haben, ne?
00:23:21: Ja und ohne Gehan ist halt auch irgendwie ein Beispiel für wiederholte Konflikte mit anderen EU-Mitgliedstaaten über die Unterstützung der Ukraine und Sanktionen gegen Russland.
00:23:31: Und Polen vertritt in diesen Fragen dann ganz deutlich anderen Ansatz.
00:23:36: Ja korrekt!
00:23:38: Und das zeigt halt auch, dass die geografische Lage und historische Erfahrungen zwar wichtig sind aber nicht jede politische Entscheidung erklären.
00:23:46: Meinst du die EU sollte bei großen Sicherheitsfragen immer geschlossen auftreten oder muss auch jedes Land irgendwie seine eigenen Interessen verfolgen dürfen?
00:23:56: Schwierig, ne?
00:23:56: Frau
00:23:56: Scharl ist es schwierig zu sagen also gemeinsame europäische Position stärkt das politische Gewicht.
00:24:04: So nationale Regierungen, die tragen Verantwortung gegenüber ihrer Bevölkerung.
00:24:10: Es gibt unterschiedliche Bedrohungswahrnehmungen und auch das Risikopolitische Blockaden.
00:24:15: Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, alles zu bedenken, jeden glücklich zu machen... Stelle ich mir echt schwer vor.
00:24:24: Ja,
00:24:25: wenn wir die Geschichte betrachten, dann wird halt deutlich das Ost und West nicht einfach zwei Gruppen sind, die irgendwie sich heute zufällig uneinig sind?
00:24:32: Und dann kommt ja noch hinzu dass die Länder unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben.
00:24:36: Einige waren Frühteil der europäischen Integration andere mussten erst kommunistische Herrschaften überwählenden ihre Wirtschaft umbauen neue demokratische Institutionen aufbauen usw.
00:24:49: Die Erweiterung hat Europa auf jeden Fall stärker miteinander verbunden Aber gleichzeitig sind Unterschiede über Wohlstand, politischen Vorstellungen und historische Erfahrungen nicht einfach verschwunden dann noch.
00:25:00: Und die Krisen der vergangenen Jahrzehnte haben ja auch gezeigt dass gemeinsame Mitgliedschaft nicht automatisch bedeutet das auch alle dieselben Interessen haben.
00:25:10: Vielleicht ist auch die entscheidende Frage deshalb gar nicht, ob es Unterschiede gibt.
00:25:13: Weil die gibt es offensichtlich sondern eher wie Europa mit diesen Unterschieden umgeht?
00:25:19: Ja richtig eine Union muss nicht in allem einer Meinung sein aber sie braucht auf jeden Fall gemeinsame Regeln Vertrauen und Bereitschaft halt auch Kompromisse zu finden und nicht einfach nur dagegen oder dafür.
00:25:32: Also ich glaube wir haben heute bemerkt dass die Unterschiede zwischen Ost und West dass man die nicht unbedingt verstehen kann, wenn man nur auf die aktuellen Nachrichten
00:25:41: schaut.
00:25:41: Absolut nicht!
00:25:43: Man muss nämlich auch verstehen was diese Länder erlebt haben wie sie zur EU gekommen sind und welche Erwartungen Sie an Europa haben?
00:25:49: Ja und vielleicht sollten wir auch ein bisschen vorsichtiger damit sein ganze Länder in zwei große Schubladen zu stecken.
00:25:54: Ja genau denn Europa ist nicht nur eine gemeinsame Geschichte das sind ganz viele unterschiedliche Geschichten die irgendwie zusammen passen müssen und zusammen sein wollen, hoffentlich.
00:26:05: Ja das ist doch ein schönes Schlusswort.
00:26:07: Das würde ich einfach als Schlusswort nehmen und sagen dass war es erst mal schon wieder von uns für diese Woche.
00:26:15: wir hören uns nächste Woche in alter Frische.
00:26:17: aber die
00:26:17: Grüße!
00:26:19: Die Grüße?
00:26:20: Ich würde heute gerne meine Oma grüßen.
00:26:22: sie hat nämlich echt Die hat echt viel geleistet, so ganz alleine.
00:26:26: Mit ihren Kindern ist sie von Miningen hochgekommen nach Rostock und ja die hat hier einiges geleistelt und auch viel mitbekommen nicht nur in den Zweiten Weltkrieg sondern eben auch die Ost-West-Teilung, die Mauer und den Mauerfall.
00:26:40: also da gehen.
00:26:41: auf jeden Fall ganz herzliche Grüße an meine Oma Hildegard.
00:26:46: Ich grüßt Leonie, unsere Praktikantin Leonie Die grüße ich heute.
00:26:51: Oh, da bin ich
00:26:51: auch dabei.
00:26:52: Na klar Leonie, grüß euch die süße Maus!
00:26:54: Und ansonsten schaut auf unsere Homepage vorbei kommt uns Besuchungen wenn wir Veranstaltung haben und wie sonst auch wenn ihr uns vermisst dann guckt gerne auf unseren Social Media Kanälen vorbei.
00:27:06: Da haben wir immer noch mal ganz viele neue Materialien für euch.
00:27:10: Genau Bis dahin
00:27:12: Ciao.